
Der Marktführer unter den Herstellern von Mobiltelefonen,
Nokia, hat
seinen Telefon-Spiele-Handheld
N-Gage für Oktober
angekündigt. N-Gage, ein Zwitter aus Mobil-Telefon und Spiele-Handheld, soll am 7. Oktober und
damit rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft weltweit in den Handel kommen. Der Preis soll bei
knapp 300 US-Dollar liegen.
Zum Marktstart sollen mehr als zehn Spiele erhältlich sein, darunter Klassiker wie das Jump'n'Run
"Sonic the Hedgehog" und das Adventure "Tomb Raider". Weitere Titel, etwa "Virtua Tennis", "Tony Hawk's
Pro Skater" oder "Rayman 3" sollen sich in der Entwicklung befinden. Nokia arbeitet dazu mit den weltweit
grössten Spiele-Publishern zusammen, etwa
Activision,
Eidos und
Sega.
Ausgeliefert werden die Spiele auf so genannten MMC-Modulen (MultiMediaCard), die in einen entsprechenden
Slot am Gerät eingesetzt werden.
Das N-Gage-Konzept sieht vor, Spiele sowohl für den Einzelspieler als auch für den Wettkampf mit
mehreren Gegnern anzubieten. Die Multiplayer-Spiele werden über eine lokale
Bluetooth-Verbindungen übertragen.
Echtes All-in-One-Gerät

Mit dem N-Gage liefert Nokia nicht nur eine Handheld-Konsole, sondern auch ein vollwertiges
GPRS-Triband-Mobiltelefon. Zudem verfügt das Gerät über einen MP3-Player,
ein Radio-Empfänger und einen Organizer. Ebenso können Webseiten dargestellt, E-Mails,
SMS und MMS verschickt und abgerufen werden.
Das TFT-Farbdisplay hat eine Auflösung von 176 x 208 Pixel bei 4 096 Farben.
N-Gage soll Spielzeiten zwischen drei bis sechs Stunden ermöglichen. Die Sprechzeit soll
zwei Stunden betragen, ausserdem sind bis zu acht Stunden Musik per MP3 oder bis zu 20 Stunden
Radio-Genuss möglich. Die Stand-by-Zeit soll bei 240 Stunden liegen. Das All-in-One-Gerät wiegt
inklusive Standard-Akku 137 Gramm bei einer Grösse von 133,7 x 69,7 x 20,2 Millimeter.
Ob mit dem N-Gage die Gamer-Gemeinde tatsächlich begeistert werden kann, bleibt abzuwarten.
Bisher hielt sich die Begeisterung von Konsolenbesitzern gegenüber Handy-Spielen eher in
Grenzen.
Grenzenlos sind dagegen die Umsatzhoffnungen, die in Handy-Spiele gesetzt werden. Einer Studie
der Marktforscher von The Research Room
zufolge sollen die weltweiten Umsätze mit Handy-Spielen von 561 Millionen US-Dollar im
Jahr 2002 auf über 41 Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 hochschnellen. Auch Nokia-Chef
Jorma Ollila gab sich Ende Juni in einem Interview mit dem Handelsblatt sehr zuversichtlich bezüglich des Wachstumspotentials in diesem
Segment. Mit dem Nokia N-Gage soll zudem ein Weg für neue Geschäftsmodelle beschritten werden.
Die Finnen erhoffen sich, auch für Spiele-Entwickler, Spiele-Publisher sowie Netzbetreiber
neue Umsatzchancen bieten zu können.
Vertriebsweg noch unklar

Ob all diese Erwartungen eintreffen, bleibt abzuwarten. Mit rund 300 US-Dollar ist der
Preis relativ hoch. Auch die Akku-Leistungen überzeugen derzeit nicht. Und die Abmessungen
des Gerätes erinnern eher an den Gameboy als an ein modernes Mobiltelefon. Viele potentielle
Käufer könnte die Grösse und der hohe Preis zunächst abschrecken.
Und ob Nokia wie bei allen anderen Mobiltelefonen auch darauf baut, dass die Netzbetreiber das Gerät
subventionieren, ist unklar. Nach Informationen der Financial Times Deutschland
(FTD) soll das Handheld anders als herkömmliche
Mobiltelefone von Elektronikfachmärkten und nicht von Mobilfunkanbietern verkauft werden. Eine
Subventionierung fiele dann wahrscheinlich weg.