Neuigkeiten vom Navi-Markt: Geräte, Chips und Speicher
Navigations-Messrundgang auf dem Mobile World Congress
17.02.2010 14:44
Wirklich bahnbrechende Neuheiten sind auf dem
Mobile World Congress
in Barcelona rar gesät. Vielmehr gibt es
Weiterentwicklungen in kleinen, auf den ersten Blick meist nicht signifikanten Dingen.
So zeigte beispielsweise der PND-Hersteller
Navigon auf seinem Stand den
Mobile Navigator 7 erstmals auf einem
Android-Handy. Der Funktionsumfang
hat sich im Vergleich zu den bisher bekannten Symbian- oder
Windows-Mobile-Versionen nicht verändert. Abbiege- und Spurassistent,
Reality View von Autobahnausfahrten und deren Beschilderung oder das
Fahrtenbuch gehören ebenso zum Standard, wie bei den bisher bekannten
Onboard-Varianten.
Verkehrsmeldungen müssen als kostenpflichtiger Dienst hinzugebucht werden
und die POI-Klicks, die die PNDs des Hamburger Unternehmens so erfreulich
von den Produkten der Mitbewerber abgrenzt, sind noch nicht erhältlich,
für kommende Versionen aber angedacht. Der Preis des vermutlich im März
erhältlichen MN7 für Android liegt bei 75 Euro und somit exakt im selben
Segment, wie die kürzlich im Preis gesenkten Varianten für Symbian,
iPhone und Windows Mobile.
Navteq implementiert weitere Verkehrsdaten
Mobile Navigator 7 Android-Version Bild: Navigon
Für das Kartenmaterial zeichnet bei Navigon die Firma
Navteq verantwortlich
und eben die plant im Laufe des Jahres
Verkehrsflussdaten nicht nur von
den Autobahnen sondern auch den Bundes-, Land- und Hauptstrassen
grösserer Städte in die Routenberechnung mit einzubetten. Um diese
Daten zu ermitteln setzt Navteq auf Probe-Data-Technologien. Zum einen
werden diese von Privatpersonen, deren PNDs mit Live-Versionen
ausgestattet sind, anonym übermittelt und ausgewertet, zum anderen
fliessen kommerzielle Flottendaten in die Berechnung mit ein.
In Kombination mit Floating-Car-Data (FCD) und den herkömmlichen
Verkehrsflussmessdaten über Sensoren in der Fahrbahndecke, ergibt
sich so eine noch effizientere Routenberechnung. Staus werden umfahren
und als positiver Nebeneffekt auch noch die Umwelt geschont. "Gerade
im Stau wird unnötig Kohlendioxid produziert und Sprit verbraucht",
erklärte Andreas Erwig, Director Product Management, gegenüber
teltarif.de. Die neue Technik soll in Deutschland ab Mitte des Jahres,
bis Ende des Jahres sogar in ganz Europa greifen.
Neuer GPS-Chip
Kein Navigationssystem läuft ohne
GPS-Empfang. Den stellte bisher
der SiRFstar III Chip sicher. Jetzt steht die vierte Generation in den
Startlöchern. "SiRFstar IV ist noch kleiner, leistungsstärker und verbraucht
deutlich weniger Energie, sodass der Akku länger durchhält", fasste
Firmengründer Kanwar Chadha die Vorteile des Winzlings zusammen.
Zudem ermögliche er eine noch genauere und schnellere Positionsbestimmung
und der neu entwickelte Digital Signal Processor (DSP) filtere noch besser
Störsignale heraus. Zukünftig, so Chadha, werde SiRFstar IV auch
immer häufiger in Consumer-Electronic-Artikeln, beispielsweise in
Kameras oder Handys Verwendung finden.
SlotRadio im Betrieb Foto: teltarif.de
Die wiederum benötigen nicht erst seit der Einführung des iPhones
immer mehr Speicherkapazität. Hier kommt
SanDisk, der führende
Hersteller von Flashspeichern, zum Einsatz. Der hat jetzt mit Verizon,
dem grössten amerikanischen Netzbetreiber, einen ganz besonderen
Deal eingefädelt. Die von ihm vertriebenen Blackberrys haben teilweise
einen Speicher an Bord, der dem User noch Platz für 4 GB bietet.
Der Rest des Speichers ist chiffriert, nicht einsehbar und mit dem
"SlotRadio-Programm" belegt, auf dem
1 000 MP3-Songs gespeichert sind, die dann für den unbeschwerten
Musikgenuss für unterwegs sorgen. Dabei kann der Käufer zwischen
unterschiedlichen Musikrichtungen auswählen, eben ganz seinem eigenen
Geschmack angepasst. Laut Aussage von SanDisk steht man auch mit
diversen europäischen Operatoren derzeit in Verhandlungen, sodass es
nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch hier die ersten Angebote dieser
Art auf den Markt kommen.
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