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Symbian: Der Marktführer
System auf vielen Nokia-Geräten, aber auch auf Smartphones anderer Hersteller
  
Symbian gehört zu den mobilen Betriebssystemen (Operating System, OS), die nicht an einen bestimmten Hersteller gebunden sind und nimmt weltweit den ersten Platz unter den OS ein, wobei die Verbreitung in Europa im Gegensatz zu den USA bedeutend grösser ist. Doch Symbian ist (noch) nicht gleich Symbian: Bei diesem OS gibt es jeweils auch noch einen speziellen Plattform-Aufsatz: Der bekannteste dürfte hierzulande die S60-Plattform sein, welche die meisten Nutzer wohl vor allem mit Nokia-Smartphones in Verbindung bringen, die aber mittlerweile auch in Geräten anderer Hersteller zu finden ist. Auch in neuen Geräten kommt dabei zum einen die so genannten 3rd Edition zum Einsatz, so zum Beispiel im gerade erschienenen Nokia E75. Seit der im vergangenen Oktober erschienenen aktuellsten Version S60 5th Edition unterstützt das System auch Touchscreen-Funktionalität. Diese findet sich dann zum Beispiel im Nokia 5800 XpressMusic, oder im neuen i8910 Omnia von Samsung. Auch das jetzt vorgestellte Sony Ericsson Satio kommt mit dieser Variante, der zusätzlich eine hauseigene Oberfläche spendiert wurde.
      Die Verwendung der S60-Oberfläche nicht nur in Geräten der Finnen, sondern auch in Handys anderer Hersteller ist auf die Bestrebungen zurückzuführen, die Entwicklung von Symbian in der so genannten Symbian Foundation zu bündeln (und damit mehr "Schlagkraft" gegen konkurrierende Systeme zu entwickeln). Diese nahm im April dieses Jahres den Betrieb auf, vorausgegangen war die vollständige Übernahme von Symbian Limited durch Nokia und die Überführung in die Form einer Stiftung.
      Neben Nokia gehören dieser Organisation als Gründungsmitglieder auch Sony Ericsson und Motorola an, die zuvor auf die eigene Symbian-Variante UIQ setzten, zum Beispiel im Motorola Z8 oder im Sony Ericsson W960i. Wenngleich die OS-Basis hier dieselbe ist, läuft eine S60-Anwendung nicht unter UIQ und umgekehrt (wobei aber auch nur bei wenigen S60-Editionen Programme auf einer jeweils anderen Variante nutzbar sind). Weiteres Mitglied zum Start war NTT DoCoMo, die wiederum auf die eigene Symbian-Variante MOAP(S) setzten. Nokia selbst setzt früher bei einigen wenigen Geräten zudem auf Symbian S80 und S90.
      Der Foundation hat sich eine Vielzahl von namhafte Hardware- und Software-Produzenten sowie Netzbetreibern angeschlossen. Mittelfristig soll als Folge dieser Neuorientierung das Symbian-OS unter eine Open-Source-Lizenz gestellt werden. Gerüchten zufolge ist schon für Ende dieses Jahres eine neue Symbian-Version unter dem Namen Symbian^2 geplant, im Halbjahres-Takt sollen dann Symbian^3 und Symbian^4 kommen.

Symbian: Gute Multimedia-Qualitäten, riesiges Software-Repertoire

 

Symbian mit
S60-Oberfläche

Symbian bringt von Haus aus fast alles mit, was der Nutzer von einem Smartphone erwarten kann. Was nicht zum Standardrepertoire gehört, kann dank des grossen Angebotes an Applikationen nachgerüstet werden. Experten sagen dem Symbian-System in der S60-Variante unter anderem sehr gute Multimedia-Qualitäten nach. Die Synchronisation von Kontakt- und Kalenderdaten mit einem klassischen Microsoft Outlook funktioniert nahezu reibungslos. Auf mobile Office-Anwendungen muss ebenso nicht verzichtet werden, wobei entsprechende Applikationen selbstverständlich auch die Microsoft-Office-Formate unterstützen. Auf diesem Sektor gilt trotzdem das Redmonder "Original" Windows Mobile als einen kleinen Schritt voraus.

Symbian: Zertifikatsystem soll Sicherheit bieten

Bei Symbian wurde in der Vergangenheit zudem bezüglich der Sicherheit erheblich nachgerüstet, und zwar nicht nur im System "unter der Haube": Nachdem erste, ernst zu nehmende Schädlinge für dieses Betriebssystem auftauchten (die allerdings im Vergleich zu PC-Varianten hinsichtlich der Verbreitung eine erheblich geringere Bedrohung darstellten), setzte Symbian auf ein neues, restriktives Zertifikat-System. Dieses geriet unter anderem in die Kritik, da es Entwicklern Zugriff auf systemnahe Funktion nur noch nach einer kostenpflichtigen Zertifizierung erlaubte und so die Entwicklung von Applikationen erschwerte, was wiederum das Softwareangebot für Endanwender einschränkte. Allen Befürchtungen zum Trotz ist die Software-Versorgung für Symbian-Geräte allerdings nach wie vor herausragend gut.
      Nokia hat auf dem Mobile World Congress eine zentrale Vertriebs-Plattform für Symbian-Software vorgestellt, die im Gegensatz zu Apple AppStore allerdings nur ein ergänzender Vertriebsweg sein soll.

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