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Handy-Kamera: Megapixel sind nicht alles
Schnappschuss, Portrait oder Panoramabild?
Inhaltsverzeichnis:
1. Viele Handy-Kameras sind nur für Schnappschüsse brauchbar
2. Bildsensoren und Farbrekonstruktion: CCD oder CMOS?
3. Optischer oder digitaler Zoom, Blitzlicht und Restlichtverstärker

Keine Frage, Kamerahandys sind "in". Es kommen kaum noch neue Mobiltelefone in die Läden, bei denen dieses Extra noch fehlt. Doch gerade bei den billigen Modellen ist der Spass an der Kamera sehr begrenzt - sie taugt teilweise nicht einmal für Schnappschüsse, die man als MMS versenden oder als Bildschirmhintergrund verwenden möchte. Doch auch bei einer VGA-Auflösung - was 640 mal 480 Pixeln oder Bildpunkten entspricht - hat man wenig Vergnügen beim Betrachten der Bilder, wenn man sie in gängigen Fotoformaten auf Papier druckt. Wer mit dem Handy wirklich fotografieren will, wird mit den meisten Modellen, die in Deutschland auf dem Markt sind, beim Vergleich mit einer echten Digitalkamera enttäuscht werden. Doch während viele Kameras viel zu gross und empfindlich sind, um sie überallhin mitzunehmen, hat man das Handy ohnehin immer dabei, und deshalb bietet es sich an, es für Schnappschüsse einzusetzen.


Handy als Schnappschuss-Kamera
 

      Zwar können die aktuellen Handys mit Megapixel-Kamera deutlich mehr Details aufzeichnen als die Standard-Handykameras mit VGA-Auflösung. Doch das bedeutet noch nicht, dass man auch gute Bilder erhält, wie unten noch erläutert werden wird. Mittlerweile sind in Deutschland auch eine ganze Reihe Handys mit 2-Megapixel-Kamera auf den Markt. Zu den ersten gehörten das TM200 oder das V902. Inzwischen haben auch viele der neuen UMTS-Modelle, etwa das Motorola A1010 oder das Walkmanhandy W900i von Sony Ericsson 2-Megapixel-Kameras an Bord. Es wurden auch schon Handykameras mit 8 Megapixeln angekündigt - wann, ob und zu welchen Preis solche Geräte bei uns erhältlich sein werden, ist allerdings nicht absehbar.
      Wer seine Fotos in der Regel nur in Postkartengrösse (10 mal 15 Zentimeter) ausdrucken oder auf dem heimischen Fernseher betrachten möchte, kommt theoretisch sogar mit der VGA-Auflösung aus - wenn die Kamera wirklich scharfe Bilder ohne Farbrauschen aufnimmt. Da letzteres oft nicht der Fall ist, liefern Megapixel-Handykameras auf den genannten Ausgabemedien zumeist die bessere Qualität ab. Für seitenfüllende Ausdrucke oder gar Poster werden auf jeden Fall mehrere Megapixel benötigt.

Mehr Pixel bringen nicht automatisch mehr Qualität



Mit Megapixel-Kamera:
Nokia 6630

 
Mehr Pixel sind aber nicht alles. Denn die Anzahl der Bildpunkte allein lässt noch keinen Schluss auf die Bildqualität insgesamt zu. Wenn schon die Linse ein unscharfes Bild liefert, dann vergrössert der Megapixel-Sensor im Vergleich zum VGA-Sensor einfach nur die Unschärfe. Das Bild wird dadurch kein Deut besser.
      Hinzu kommt, dass die meisten Kamerahandys vergleichsweise kleine Objektive und keinen Blitz haben. Insbesondere bei Innenaufnahmen fällt deshalb nur wenig Licht auf den Sensor. Die Elektronik muss dann das Signal stark verstärken, was zu hohem Rauschen führt. Aus einer weissen Wand im Hintergrund wird dann eine bunt gescheckte Fläche. Je mehr Pixel der Sensor hat, desto weniger Licht fällt auf das einzelne Pixel, und desto stärker ist dieses Bild- oder Farbrauschen. Einziger echter Ausweg aus diesem Dilemma sind grössere Objektive, die mehr Licht einsammeln, oder der Einbau von Blitzlichtern. Denn die Entrauschung per Weichzeichner geht auf Kosten der Schärfe, und längere Belichtungszeiten führen zu verwackelten Aufnahmen.
      So zeichnet sich mittlerweile ab, dass die Entwicklung bei den Handy-Kameras in verschiedene Richtungen gehen wird: Für MMS-taugliche Schnappschüsse und Hintergrundbilder braucht man keine Megapixel. Im Gegenteil, die grösseren Datenmengen verursachen nur höhere Transportkosten, saugen mehr Akku-Strom und belegen mehr Platz im Handy-Speicher. Hier ist die VGA-Auflösung sicherlich ein guter Kompromiss. Dafür spielt die Geschwindigkeit eine Rolle: Sonst liegt das Kind längst im Brunnen, bevor das Bild "im Kasten" ist.
      Für höhere Ansprüche werden künftig zunehmend bessere Kameras entwickelt werden - mit grösseren Objektiven, Autofokus statt Fixfokus, mehr Pixel, mehr Einstellungsmöglichkeiten, und womöglich sogar optischem Zoom und Blitz. Schliesslich gibt es noch die Kameras für Videotelefonate: Diese benötigen nur vergleichsweise wenige Pixel, lassen sich aber idealerweise drehen, um den Gesprächspartner optimal ins Bild zu setzen.
 

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