Im Bereich der Telekommunikationsdienstleistungen bezeichnet der Begriff
"Flatrate" einen Pauschaltarif. Der Kunde zahlt einen festgelegten monatlichen
Grundbetrag und kann daraufhin eine spezielle Dienstleistung - etwa das
Telefonieren oder die Einwahl ins Internet - so oft und so intensiv in Anspruch
nehmen, wie er will. Der Anbieter erwartet trotz des Risikos, dass die Kunden
das Angebot bis zum letzten ausreizen, am Ende einen Gewinn. Er kalkuliert, dass
er bei dem Flatrate-Angebot bei einigen Kunden draufzahlt, bei der grossen
Mehrheit aber die Verluste mehr als wettmacht. Das nennt sich Mischkalkulation:
Wenignutzer finanzieren Vielnutzer.
Angebote auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt

Im Festnetzbereich bietet sunrise mit dem Tarif
select unlimited einen Pauschaltarif für Telefonate innerhalb des
Schweizer Festnetzes an. Ganz unbegrenzt ist das 24 Franken teure
Pre-Selection-Angebot allerdings nicht, die Zahl der
in der Grundpauschale abgegoltenen Telefonate ist auf 600 pro Monat beschränkt.
Die Swisscom bietet einen solchen Tarif nicht an,
auch wenn der damalige Swisscom-Chef Jens Alder schon 2003 ein solches
Produkt Spiel brachte. Stattdessen können die Kunden
bei dem ehemaligen Monopolisten so genannte Halbpreis-Abonnements buchen, bei
denen es sich um Nebenzeit-Flatrates handelt.
Die erste Handy-Flatrate auf dem schweizerischen Mobilfunkmarkt hat im
vergangenen Jahr der Mobilfunk-Netzbetreiber Orange
eingeführt. Für einen monatlichen Pauschalpreis von
99 Franken kann die Kunden
an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr unbegrenzt innerhalb des
Orange-Netzes und ins schweizerische Festnetz telefonieren. Die Anwahl von
Sondernummern in diesen Netzen sowie Telefonate in andere schweizerische
Mobilfunknetze werden zusätzlich tarifiert. Mit diesem Angebot reagierte Orange
auf den Liberty-Tarif von
Swisscom Mobile, mit dem die Kunden eine
Stunde lang zum Pauschalpreis telefonieren können.
Im Internetbereich bietet - wie unsere
Tarifübersicht für Privatkunden zeigt - jeder
ADSL-Provider seinen Kunden einen Flatrate-Tarif an.
Auch bei den Kabelinternet-Anbietern finden sich
viele Flatrate-Tarife. Hinzu kommen inzwischen immer mehr Pauschaltarife für
das Telefonieren aus dem Internet (VoIP) in das
Festnetz.
Ratschläge

Wer an einer Flatrate interessiert ist, sollte wachsam sein: Da die
Flatrate-Idee für viele Kunden verlockend klingt, werden einige Anbieter auch
mit diesem Begriff, obwohl es sich bei ihren Produkten in Wirklichkeit um
beschränkte Volumen- oder Zeit-Tarife handelt. Deshalb sollte sich der Kunde
vor dem Bestellen eines Flatrate-Tarifs in jedem Fall vergewissern, dass es
sich bei der beworbenen Flatrate nicht um ein beschränktes Angebot - etwa in
Form eines festgelegten Minutenkontingents - handelt. Dazu sollte der Kunde
auch die Fussnoten der Angebots-Anzeige und die AGB des Anbieters auf Hinweise
über zu erwartende Beschränkungen überprüfen. Dort könnte beispielsweise die
Bestimmung auftauchen, dass ein DSL-Anbieter seinem Kunden den Vertrag kündigen
oder einen Aufschlag auf das monatliche Grundentgelt erheben kann, sobald dieser
mehr als ein begrenztes Datenvolumen im Monat versurft.