Nachdem die Vergabe der UMTS-Lizenzen im Dezember 2000 schon nach einem Tag beendet
war, begannen die Lizenznehmer Swisscom Mobile,
sunrise und Orange bald mit dem
Aufbau der Infrastruktur. Der Vierte im Bunde, Telefonica/Team 3G, zog sich
dagegen zurückgezogen verzichtete - wie auch in anderen europäischen Ländern,
wo das Unternehmen UMTS-Lizenzen erworben hat - auf den Aufbau eines Netzes.
Die Lizenzauflagen sahen ursprünglich vor, dass bis Jahresende 2002
mindestens 20 Prozent der Bevölkerung mit einem UMTS-Netz erreicht werden
können, bis Ende 2004 sollten es dann 50 Prozent sein. Später
wurden die Lizenzbedingungen von der ComCom angesichts der technischen und finanziellen
Schwierigkeiten gelockert. Die Netzbetreiber
konnten nun selbst bestimmen, wann sie mit UMTS durchstarten wollen.
Swisscom Mobile hat erstmals im Dezember 2001 Anrufe von einem UMTS-Telefon
aus dem eigenen Testnetz in Bern zu Schweizer Festnetz- und Natelanschlüssen
geführt. Inzwischen hat der Marktführer unter den Schweizer Mobilfunk-Anbietern
nahezu alle wichtigen Städte und Ballungsgebiete versorgt. Der Netzausbau
erreicht mittlerweile auch Autobahnen und andere wichtige Verbindungsstrassen,
Kleinstädte und zum Teil ländliche Regionen, so dass bereits rund 90 Prozent
der Bevölkerung mit UMTS versorgt sind.
In den Gegenden, in denen der Marktführer unter den heimischen
Mobilfunk-Gesellschaften noch kein UMTS-Netz eingerichtet hat, sorgt
EDGE dafür, dass die Kunden auch breitbandige
Online-Dienste nutzen können. Swisscom Mobile hat binnen eines Jahres nahezu
alle GSM-Basisstationen einem Update unterzogen und diese fit für EDGE gemacht.
Diese Technologieerweiterung ermöglicht im bestehenden GPRS-Netz deutlich
höhere Datenübertragungsgeschwindigkeiten. Mit EDGE erhalten nun auch Kunden
ausserhalb das UMTS-Versorgungsbereichs die Möglichkeit, Daten mit bis zu
256 kBit/s zu übertragen.
sunrise erreicht mit seinem 3G-Netz bereits mehr als die Hälfte der
schweizerischen Bevölkerung. Dabei hat sich das Unternehmen bislang vor allem
auf die Versorgung der grossen Städte konzentriert. Orange konzentrierte sich
beim Ausbau von UMTS bislang ebenfalls auf die Ballungszentren, setzt den
Netzausbau mittlerweile aber auch in der Fläche fort.
Der späte Start und zu Beginn eher zögerliche Netzausbau der beiden Anbieter
hat durchaus auch Vorteile. So konnten die Unternehmen von vornherein modernere
Technik einsetzen, was gerade bei einer noch neuen Technologie wie UMTS von grossem
Vorteil ist. Viele Geräte und auch die Netz-Infrastruktur der ersten Generation
arbeitete nämlich noch nicht fehlerfrei. Der Austausch der entsprechenden
Komponenten ist zeit- und kostenaufwändig und daher oft keine gute Alternative zu
einem späteren Netzauf- und -ausbau.