Inhaltsverzeichnis:1. Die Funktionsweise von EDGE
2.
Netzabdeckung mit EDGE
EDGE steht für Enhanced Data Rates for GSM Evolution und wird dazu genutzt,
höhere Datenübertragungsraten in herkömmlichen GSM-/GPRS-Netze zu erreichen.
Als Weiterentwicklung des üblichen GPRS-Standards
(General Packet Radio Service), bei dem im Mittel 40 kBit/s erreicht werden,
bietet EDGE die Möglichkeit, den Datendurchsatz auf bis zu 220 kBit/s
zu erhöhen. Die Performance schwankt hier jedoch noch sehr stark und liegt
tatsächlich meist irgendwo zwischen 150 kBit/s und 200 kBit/s,
theoretisch kann EDGE Datenraten bis zu 473 kBit/s erreichen. Zwar liegt
EDGE damit weit unter den Leistungsdaten von UMTS
(Universal Mobile Telecommunications System),
HSDPA (High Speed Downlink Packet Access)
oder DSL (Digital Subscriber Line), doch wird so
immerhin noch eine Übertragungsrate erreicht, die in etwa dem Dreifachen eines
ISDN-Kanals entspricht.
Der grosse Vorteil von EDGE besteht darin, dass für die Nutzung dieser Technik
seltener komplett neue Sender- oder Antennenanlagen notwendig sind. Es muss
lediglich die bestehende Infrastruktur aufgerüstet werden, was im Vergleich zum
Aufbau eines komplett neuen Netzes wie bei UMTS deutlich schneller und
kostengünstiger erfolgen kann. EDGE bietet daher die Möglichkeit, auch in
solchen Gebieten höhere Datenübertragungsraten zu ermöglichen, die bislang nicht
oder nur unzureichend mit UMTS abgedeckt sind. Ist EDGE am jeweiligen Standort
verfügbar, bemerkt der Nutzer dies meist nur durch die zügigeren Download-Raten.
Ähnlich wie bei der UMTS-Erweiterung HSDPA wird der Turbo für das GPRS-Netz bei
den bisherigen Handys und Laptop-Modemkarten zumeist nicht auf dem Display bzw.
an der Software angezeigt. Angezeigt wird hier oft nur GPRS. Bei neueren Geräten
und Karten hingegen zeigt sich durchaus schon einmal ein "E" anstelle des "G".
Die Funktionsweise von EDGE

EDGE basiert auf dem GPRS-Standard, bei dem die Daten in Form von Paketen über
ein GSM-Netz versendet werden. Der Datenturbo EDGE selbst stellt dabei lediglich
eine Modifikation der üblichen GPRS-Technologie dar und wird daher manchmal auch
schlicht als EGPRS bezeichnet. Wenn mit einem Handy telefoniert wird, reserviert
das GSM-Netz automatisch einen kompletten Kanal für eine ununterbrochene Verbindung
- und blockiert diesen für andere Nutzer. Bei der Datenübertragungsmethode EDGE
wird zwar ebenfalls eine ununterbrochene Verbindung bereitgestellt, jedoch wird
hier nur die Bandbreite verringert, wenn auch wirklich Daten übertragen werden.
Auf diese Weise teilen sich mehrere Nutzer die zur Verfügung stehende Bandbreite.
Die neue Technologie beschleunigt also nicht die Datenübertragungen an sich, sondern
ermöglicht schlicht pro Zeiteinheit mehr parallel übertragene Datenpakete. In
Spitzenzeiten, wenn zu viele Nutzer gleichzeitig ihre bereitgestellten Kanäle auch
tatsächlich voll ausnutzen, kann es daher wie bei GPRS auch zu Engpässen und damit
deutlich eingeschränkten Übertragungsraten kommen.
EDGE-fähige Endgeräte nutzen die neue Technik automatisch. In Gegenden, in denen EDGE
nicht zur Verfügung steht, wird genauso automatisch auf herkömmliches GRPS
zurückgegriffen.
Die Nutzung dieser Form der Datenübertragung macht sich jedoch nicht immer sofort
bemerkbar. Der Seitenaufbau normaler Websites erfolgt nicht wesentlich schneller
als via GPRS. Insbesondere Grafiken, Fotos und komplexere Tabellen bauen sich nur
langsam auf und lassen für DSL- oder HSDPA-verwöhnte Nutzer das Surfen zum
Geduldsspiel werden. Die Pingzeiten liegen zwar mit rund 450 ms etwas
niedriger als bei herkömmlichen GPRS, befinden sich jedoch noch weit über jenen von
HSDPA mit deutlich unter 200 ms oder DSL mit unter 50 ms. Audio- oder
Videostreams sind damit kaum ruckelfrei empfangbar. Hier muss man sich auf regelmässige
Aussetzer und Störungen gefasst machen. Der Vorteil von EDGE macht sich vor allem bei
reinen Datei-Downloads und auch -Uploads deutlich bemerkbar, hier aber immerhin recht
deutlich. Da die Nutzung von EDGE zudem, soweit am Standort verfügbar, vollautomatisch
und ohne Zusatzkosten erfolgt, stellt die neue Technologie vor allem in Gebieten
ohne UMTS-Versorgung für den Nutzer einen klaren Mehrwert dar.
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