Unter UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) versteht man den
Mobilfunk-Standard der dritten Generation (3G). Der hauptsächliche
Unterschied von UMTS zu seinen Vorgängern ist die deutlich höhere
Datenübertragungsrate. Einfaches UMTS ermöglicht Übertragungsraten von
384 kBit/s. Das ist immerhin die sechsfache Geschwindigkeit eines ISDN-Kanals.
Inzwischen sind jedoch die Netzbetreiber in der Schweiz und international längst
dabei, ihre Netze weiter aufzurüsten: Mit der UMTS-Erweiterung
HSDPA kann heute beim Datenempfang eine
Übertragungsrate von 7,2 MBit/s erreicht werden, das Gegenstück HSUPA steigert
die Geschwindigkeit beim Versand auf bis zu 2 MBit/s. Schneller Internet-Zugang,
mobile multimediale Video- und Daten-Anwendungen, mobile Bildtelefonie,
Börsengeschäfte oder Online-Reisebuchung jederzeit und überall - all das ist mit
dem Mobilfunkstandard der dritten Generation ohne Weiteres möglich.
GSM - der "Daten-Feldweg"

Wer früher mobil Daten übertragen wollte, der musste sehr geduldig sein. Mit
den auch heute noch verbreiteten Mobiltelefonen im GSM-Standard sind Datenübertragungen
nur mit einer Bandbreite von 9,6 kBit/s bzw. 14,4 kBit/s im "Compressed
Mode" möglich. Viel mehr als die Übertragung von E-Mails und der Aufruf einfacher
Internetseiten ist damit nicht zu machen - spätestens wenn man auf eine multimedial
aufbereitete Seite kommt, braucht man Nerven wie Drahtseile sowie eine
gut gefüllte Brieftasche, wenn man nicht eine günstige Datenoption gebucht hat.
Mit neureen Techniken wie GPRS und
HSCSD kann man zwar schon wesentlich schneller
surfen, aber im Verhältnis zur mit UMTS und HSDPA möglichen Geschwindigkeit ist
das nur ein kleiner Schritt.
Die UMTS-Lizenzvergabe - mehr oder weniger ein Milliardenspiel

Anfangs erschien es bei den europäischen Nachbarn in Deutschland oder Grossbritannien
selbstverständlich, dass die Telekommunikations-Branche bei diesem Meilenstein der
Mobilfunkgeschichte dabei sein wollte und sich auch von
Milliardensummen bei der Lizenz-Auktion nicht
abschrecken liess.
In Deutschland wurden zum Beispiel ab dem 31. Juli 2000 in der grössten
Auktion der deutschen Wirtschaftsgeschichte vom
damaligen Vorsitzenden der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post,
Klaus Dieter Scheuerle, zwölf gepaarte Frequenzblöcke a 2x5 MHz und fünf
ungepaarte Frequenzblöcke a 5 MHz versteigert. Am 16. August 2000 -
nach 173 Versteigerungsrunden - erhielten die sechs Bewerber Vodafone, T-Mobile,
Viag Interkom, E-Plus / Hutchison, mobilcom / France Télécom,
und Quam (Group 3G - Telefónica / Sonera) je zwei Lizenzen für einen
Preis von über 8 Milliarden Euro (ca. 12 Milliarden Franken).
Nachdem für die britischen und deutschen Lizenzen noch jeweils mehrere
Milliarden Euro gezahlt wurden, zeichnete sich in der Branche eine
Trendwende ab. Bei den nachfolgenden Auktionen
in Österreich und der Schweiz, in Italien und anderen europäischen Ländern
wurden deutlich geringere Auktionserlöse erzielt. Hier zu Lande war es seinerzeit eine
sehr kurze Auktion, die an nur einem Tage, dem
6. Dezember 2000 abgewickelt wurde. Wetteiferten
anfangs noch zehn Bewerber um vier ausstehende
UMTS-Lizenzen, so waren es zu Beginn der Auktion nur noch
vier Anbieter, die die Lizenzen abschliessend unter
sich aufteilten, so dass man eigentlich nicht mehr von einer echten Auktion sprechen
konnte. Lizenznehmer in der Schweiz sind Swisscom Mobile,
sunrise, Orange und
Telefonica / Team 3G. Der letztgenannte Anbieter hat sich inzwischen
aus den UMTS-Aktivitäten in der Schweiz und auch in anderen europäischen
Ländern zurückgezogen, so dass nur die drei etablierten Anbieter Swisscom Mobile,
sunrise und Orange Handynetze der dritten Generation aufgebaut haben. Im Netz
von Swisscom Mobile werden nach Unternehmensangaben stellenweise bereits
7,2 MBit/s mit HSDPA erreicht, sunrise und Orange beschränken sich noch auf
3,6 MBit/s als erreichbares Maximum.
Hoffnung auf einen weltweit kompatiblen Mobilfunk-Standard gescheitert

In den meisten Ländern ist die Lizenzvergabe abgeschlossen, teilweise geht es schon
in die zweite Runde, weil einige Wettbewerber ausgestiegen sind, deren Lizenzen
neu vergeben werden können. Der Aufbau der Netze sollte eigentlich längst abgeschlossen
sein, aber aufgrund technischer und finanzieller Schwierigkeiten wurde er in vielen
Ländern gestreckt. Der UMTS-Start hat sich dadurch vielfach verzögert.
In Italien, Österreich und Grossbritiannen fiel der Startschuss schon 2003,
Deutschland ist seit Februar 2004 mit dabei, in der Schweiz folgte
Swisscom Mobile im Sommer desselben Jahres, zunächst mit Angeboten für
Geschäftskunden. Privatkunden-Angebote folgten im November. sunrise und Orange
vermarkten ihre 3G-Netze seit 2005.
Wie bei GSM ist es auch mit UMTS möglich, per Roaming in ausländischen
Netzen zu telefonieren und Datendienste zu nutzen. Die in UMTS gesetzte Hoffnung
auf einen erstmals weltweit kompatiblen Mobilfunk-Standard scheint allerdings
gescheitert: Der für die weltweite Telekommunikations-Regulierung zuständigen
Organisation namens International Telecommunications Union (ITU) wird vorgeworfen, diese
Chance vertan zu haben, indem sie für
verschiedene Kontinente verschiedene mit UMTS zwar verwandte, aber auf anderen
Frequenzbändern arbeitende Standards zugelassen hat.
Mehr Informationen zu UMTS-Lizenzvergaben und zum Stand des UMTS-Netzaufbaus
auf der teltarif-Infoseite UMTS in der Schweiz und international.
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