HSDPA (high speed downlink packet access) ist eine Erweiterung des
3G-Mobilfunkstandards
UMTS, die den Downstream erhöht.
Mit "normalem" UMTS sind Download-Geschwindigkeiten von bis zu 384 kBit/s
möglich, im Upstream stehen 64 kBit/s zur Verfügung. HSDPA, auch als
3,5G-Technologie bezeichnet, bietet mit einem Downstream von mindestens
1,8 MBit/s eine wesentlich schnellere Übertragung.
Die Erweiterung wurde in der Schweiz von
Swisscom Mobile ab Frühjahr 2006 eingeführt.
Bis Ende 2006 waren Bern, Genf und Zürich sowie Basel, Davos, Lausanne, Luzern,
Lugano, St.Gallen, St.Moritz und Zug mit HSDPA abgedeckt - was einer Abdeckung
von 40 Prozent der Bevölkerung entspricht. Mittelfristig soll die
Netzabdeckung wie bei UMTS rund 90 Prozent betragen. Aber auch
sunrise und
Orange, die 63
beziehungsweise 70 Prozent der Bevölkerung mit UMTS versorgen, rüsten ihr
Netz mit HSDPA auf. Der vierte Netzbetreiber am Schweizer Mobilfunkmarkt,
Tele2, bietet aktuell keine Datendienste und damit auch
kein UMTS oder HSDPA an.
Der verstärkte Netzausbau liegt dabei voll im weltweiten Trend: So unterstützten
im September 2006 57 Netze in 36 Staaten die UMTS-Erweiterung, im
Dezember waren es schon 80 Netze in 46 Staaten.
Die Technik hinter HSDPA

Bei HSDPA wird die UMTS-Technik lediglich durch
bessere Nutzung der vorhandenen Kapazitäten und eine Reihe weiterer Massnahmen
optimiert, wie etwa besseren Modulationsverfahren und einer adaptiven Fehlerkorrektur.
Letzteres bedeutet, dass sich Sender und Empfänger dauernd über die Qualität
des Übertragungskanals verständigen. Ist dieser gut oder sehr gut, verwendet der
Sender entsprechend weniger Korrekturbits, so dass mehr Platz für echte Nutzdaten
bleibt.
In Zukunft soll durch aktive Strahlformung die Effizienz weiter gesteigert werden.
Dazu muss eine NodeB mit mehreren Antennen ausgestattet sein, die in unterschiedliche
Richtungen zeigen. Dieses ist heute bereits üblich. Jedoch ist der Raumbereich, den
eine Antenne abdeckt, durch deren Ausrichtung derzeit fest vorgegeben. Strahlformung
bedeutet hingegen, die vorhandenen Antennen trickreich so zusammenzuschalten, dass sich
jeweils neue Abdeckungsbereiche ergeben. Zweck kann etwa sein, einen bisher stark
abgeschatteten Bereich doch noch zu erreichen, oder in eine Raumrichtung, in der andere
Zellen besonders stark stört würden, schwächer zu senden.
Schon jetzt hebt HSDPA die Breitbandverbindungen über den Mobilfunk mit
aktuell 1,8 MBit/s auf das Niveau von DSL-Anschlüssen. Als
nächster Ausbauschritt werden 3,6 MBit/s angepeilt. Theoretisch sollen in der Zukunft
Geschwindigkeiten um bis zu 50 MBit/s erreicht werden, je nach Anwendungszweck bietet
HSDPA trotz allem aber keinen Ersatz für Festnetz-gebundene Breitband-Anschlüsse: Die so
genannten Ping-Zeiten, welche die Zeit zwischen dem Senden eines Datenpakets über das
Internet und der Antwort des Servers bezeichnen, sind hier bedeutend höher.
Weiterer Nachteil: Durch HSDPA steigt zwar die Geschwindigkeit des Downstreams, der
Upstream bleib indes unverändert auf UMTS-Niveau. Als Pendant zu HSDPA soll daher
zukünftig HSUPA (high speed uplink packet access) den Upstream steigern. Die Technik ist
allerdings noch bei keinem der schweizer Netzanbieter implementiert. In der ersten
Ausbaustufe würde die Geschwindigkeit auf 384 kBit/s erhöht, auch hier sind
jedoch noch weitaus höhere Geschwindigkeiten zumindest theoretisch möglich.
Steigende Zahl der HSDPA-fähigen Entgeräte

Die Zahl der Endgeräte, die UMTS mit HSDPA-Erweiterung bieten, steigt zusehends:
Nachdem zuerst lediglich Datenkarten für Laptops den schnellen Standard unterstützten,
brachte Samsung mit dem
SGH-ZV50 und dem
SGH-Z560 sowie
Benq-Siemens mit dem
EF91 Mitte des Jahres auch die
ersten HSDPA-fähigen Handys auf den Markt.
Mittlerweile haben fast alle anderen Hersteller nachgezogen und bieten ebenfalls
Mobiltelefone mit Unterstützung des UMTS-Turbo, so zum Beispiel Motorola mit den Modellen
RAZR V3XX und
RAZR MAXX V6 oder Nokia
mit seinem High-End-Gerät N95.