Internet-Telefonie-Provider machen den Telefonteilnehmern den Wechsel zu Voice
over IP (VoIP) mit kostenlosen Gesprächen schmackhaft. Zwar ist das
Telefonieren per VoIP nicht wirklich
kostenlos, da neben den monatlichen Grundkosten für den erforderlichen
ADSL-Anschluss und -Zugang auch für die meisten
Verbindungen zusätzlich Minutenpreise anfallen, doch günstige Gespräche sind
allemal drin. Allerdings scheuen viele Internetnutzer noch den zumindest
teilweisen Umstieg auf die Internet-Telefonie, da ihnen - auch wenn bei ihnen
zu Hause die technischen Voraussetzungen schon längst gegeben sind - der
Umstieg zu kompliziert erscheint. Wir erklären Ihnen daher in aller Kürze,
worauf beim Einstieg in die Internet-Telefonie und die Wahl bzw. Einrichtung
des VoIP-Anschlusses zu achten ist.
Eines vorab: Bei manchem Vollanschlussanbieter bekommen die Kunden
mittlerweile keine Telefonanschlüsse mehr, sondern telefonieren über die
Breitbandleitung. Hierbei handelt es sich jedoch zu allermeist nicht um
klassische VoIP-Leitungen, sondern um das Next Generation Network (NGN).
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Die Voraussetzungen

Per VoIP kann man auf drei Arten telefonieren: Über ein kostenfrei im Internet
erhältliches PC-Softphone unter Verwendung eines Headsets, mit einem speziellen
IP-Telefon, das den SIP-Standard unterstützt, oder mit dem herkömmlichen
Telefonapparat in Verbindung mit einem VoIP-Adapter oder einem anschlussfähigen
VoIP-Router. Lediglich bei der Softphone-Variante muss der Computer
eingeschaltet sein, in den beiden anderen Fällen klingelt das für den
VoIP-Anschluss genutzte Telefon auch bei ausgeschaltetem Rechner.
Neben dem reinen Telefon und dem Internetzugang sollte der Kunde einen
ADSL-Anschluss besitzen, um eine ausreichend gute Sprachqualität zu erhalten.
Wichtig ist nämlich auch die Geschwindigkeit, mit der die Daten versendet
werden (Upstream-Geschwindigkeit). Beim Telefonieren im Internet fällt ein
Datenvolumen von etwa 80 kBit/s an - selbst langsame ADSL-Varianten
bieten daher oftmals bereits eine ausreichende Upload-Geschwindigkeit,
wenn man nicht gleichzeitig telefonieren und surfen will. Als ADSL-Zugang
sollte am besten gleich eine Flatrate gewählt werden, um nicht durch einen
unerwartet hohen Datenvolumen-Verbrauch am Monatsende ordentlich zuzahlen
zu müssen.
Neben VoIP-Angeboten des jeweiligen ADSL-Providers kann der Kunde auch
auf providerunabhängige VoIP-Produkte anderer Anbieter zurückgreifen, die
mit jedem ADSL-Zugang nutzbar sind.
Das SIP-Protokoll

Doch nicht nur die Gesprächspreise sollten die Wahl des VoIP-Providers
entscheiden. Wer beispielsweise nicht nur gelegentlich das VoIP-Telefon nutzen
möchte, sollte darauf achten, dass der gewählte Dienst das so genannte Session
Internet Protocol (SIP) unterstützt. Dieses offene und sehr weit verbreitete
Netzprotokoll zum Aufbau einer Kommunikationssitzung wird von vielen
IP-Telefonen unterstützt und scheint sich zum Standard-Protokoll für VoIP zu
entwickeln - und gewährleistet damit im Gegensatz zu proprietären Lösungen die
Kompatibilität mit anderen Diensten: Beispielsweise ist die kostenlose
Skype-Software nicht kompatibel mit weiteren VoIP-Angeboten, die Skype-Nutzer
sind daher auf die Soft- und Hardware, die von der Herstellerfirma autorisiert
wurde, angewiesen. Die Unterstützung von SIP ist also wichtig, um mit vielen
Nutzern kostenlose Telefonate über das Internet führen zu können.
Die Funktionen

Merkmale wie Rufnummernübertragung, Parallelruf, Anklopfen, Makeln, CLIP,
Konferenzen, Voicebox im Internet, Nachrichtenzustellung per Mail und einem
Telefonbucheintrag für VoIP-Anschlüsse, die auch von Festnetz-Anbietern bekannt
sind, bieten einige VoIP-Provider bereits an. In Verbindung mit geeigneter
Hardware lassen sich auch Komfortmerkmale wie die Rufnummernanzeige oder
"Rückruf bei Besetzt" nutzen. Allerdings fehlt es noch an anderen Dingen,
zum Beispiel bei der Umsetzung einer sinnvollen Notruffunktion.
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