Lehrlinge

Ausbildungspflicht für Telekom-Unternehmen?

Der Nationalrat überwies eine parlamentarische Initiative. Damit sollen Telekom-Unternehmen verpflichtet werden, Lehrlinge und Lehrtöchter auszubilden. Auch ohne diese bilden die drei grössten Telekom-Firmen 180 Lehrlinge und Lehrtöchter in den nächsten drei Jahren aus.
Von Ralf Beyeler
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Der Nationalrat stimmte mit 107 zu 60 Stimmen einer parlamentarischen Initiative des SP-Nationalrates Rudolf Strahm zu. Der Vorstoss verlangt, dass auch die privaten Telekommunikations-Unternehmen Lehrlinge ausbilden sollen. Wie Strahm ausführte, bildet die Swisscom heute 760 Lehrlinge und Lehrtöchter aus. Vergebens suche man jedoch Lehrlinge und Lehrtöchter bei diAx, Orange und Sunrise. Dies stimmt nicht: Sunrise beschäftigt bereits sieben Lehrlinge - wie wir bereits berichtet haben, diAx deren sechs und Orange will bis ins Jahr 2002 54 Lehrlinge im Unternehmen ausbilden. Kein Wunder, dass die angegriffenen Firmen sich umgehend gegen den Trittbrettfahrer-Vorwurf wehrten. In den nächsten drei Jahren wollen die Unternehmen je zwischen 30 und rund 100 Lehrstellen anbieten.

Schliesslich profitieren die Unternehmungen selber, wenn sie eigenes Personal ausbilden. So schrieb Orange in einer Pressemitteilung im letzten Dezember, dass damit auch der Personalknappheit in der Telekommunikationsbranche begegnet werden kann. Schliesslich ist der Vorschlag des Nationalrates auch unverantwortlich: Wie soll ein Lehrling oder eine Lehrtochter in einem Unternehmen seriös eingeführt werden können, dass innert Jahresfrist seine Mitarbeiterzahl von 20 auf 600 erhöht?

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