Tagebuch

Tagebuch einer Flat-Rate

Bisher eine gute Geschwindigkeit, störende Werbung und keine gravierenden Probleme. Werfen Sie einen Blick in unser Flat-Rate-Tagebuch.
Von Ralf Beyeler
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Dienstag, 28. März 2000, abends: Ich erhalte die Pressemitteilung über das neue Flat-Rate-Angebot von GTN. Sofort eine News dazu schreiben und diese online stellen. Für nur CHF 59.-- im Monat solange im Internet surfen wie ich will. Eine verlockende Offerte!! Also, wo ist der Hacken? Ich beginne, diesen zu suchen. Keine Vorauszahlung für die nächsten Monate verlangt, keine Fussangeln mit irgendwelchen Kündigungsfristen, keine Preselection verlangt, das Surfen ist auch ausserhalb von 00 bis 05 Uhr möglich, keine Anmeldegebühren. Es ist zu Verzweifeln: Einfach nichts, dass zur Besorgnis Anlass geben will. Und diese Zwangswerbung kann man sicher wie die nervenden Popup-Fenster ins Nirwena befördern. Mit einem unguten Gefühl entschliesse ich mich: Die Flat-Rate muss ich haben !!!

Ich greife zum Telefon und will mich ungeduldig für RealFreenet anmelden. Wie lange muss ich wohl warten, bis ich endlich ohne Verbindungsgebühren surfen kann, frage ich mich während ich der Wartemusik zuhören muss. Dann endlich, ich habe einen Menschen am Draht. Die Dame am Telefon erklärt mir in einem sachlichen und trockenen Ton, dass ich mich nur online anmelden kann. Dann also los, auf die Anmeldeseite. Nach einigen Angaben zu meiner Person, mein Geburtsdatum (ob die mir wohl eine Geburtstagskarte zusenden?) und Hobbies kam die Aufforderung, die Kreditkartenummer einzutippen. Also die paar Zahlen eingetippt und verwundert nach dem Auswahlkasten für den Namen der Kreditkarte gesucht. Anscheinend ist die Angabe des Kreditkartennamens auf dieser Seite nicht notwendig. Trotzdem: Meine Nummer wurde akzeptiert. Nun wurde noch ein kleines Programm auf meinen Computer übermittelt.

Also, worauf warte ich noch? Das Programm wird gestartet, ich bin online. Und die Geschwindigkeit ist nicht einmal so schlecht. Die Werbung lässt sich zwar ausblenden, aber dann ist auch die Online-Verbindung weg. Also muss man sich wohl oder übel an die Werbung gewöhnen. Apropos: Bisher sah ich nur den GTN-Banner. Das Programm frisst sich unter Windows permanent in den Vordergrund. Nur im DOS-Modus lässt einem die Werbung in Ruhe.

Nun das erste Problem: Meine Tastatur kann nur noch zwei oder drei Buchstaben verarbeiten und dann muss man erneut den Cursur auf die richtigen Position bringen. Nicht mal mehr die Startleiste von Windows konnte ich aufrufen. Das Problem besteht zum Glück nicht mehr, als ich die Verbindung getrennt und neu aufgebaut habe. Und seither ist dieses nicht mehr aufgetaucht.

Auch über RealFreenet kann ich meine E-Mails holen und empfangen, auf die Newsgroups meines Providers habe ich logischerweise keinen Zugriff. Mit dem Pauschal-Internet von GTN habe ich halt nur der reine Internet-Zugang ohne irgendwas. Was soll es?

Mittwoch, 29. März 2000, abends: Da ich heute nicht allzu viel Zeit habe, habe ich nur kurz die Mails gecheckt. Die Verbindung wurde flott aufgebaut und die Mails wurden auch auf meinen Computer übertragen. Darunter auch eine von RealFreenet: Das Werbefenster könne auf einigen Computern zu gross sein, im Verhältnis zum Bildschirm. Das Programm aktuallisiere sich automatischkonnte ich verwundert in der E-Mail lesen. Zudem bestehen noch einige Probleme mit Windows 2000 und Windows NT.

Soweit mein Tagebuch. Andere KundInnen bestätigen auch, dass die Geschwindigkeit gut ist und kaum technische Probleme bestehen. Auch das Werbefenster ist für die meisten zu gross. Dennoch: Wer will surft, soll selber einmal einen Monat testen, ob das Angebot taugt, was es verspricht. Und einen Einjahresvertrag können wir in diesem schnelllebigen Markt nicht empfehlen.

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