Absprache?

Wettbewerbskommission eröffnet Untersuchung im Mobilfunkmarkt

Kollektiv marktbeherrschende Stellung der drei Mobilfunkanbieter? Mobilfunkbetreiber wehren sich vehement gegen den Vorwurf.
Von Ralf Beyeler
Kommentare (4574)
AAA
Teilen

Die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) hat aufgrund von Anhaltspunkten für eine kollektiv marktbeherrschende Stellung der drei Mobilfunkanbieter Swisscom, Diax und Orange eine Untersuchung eröffnet, wie die Weko in einer Pressemitteilung bekanntgibt. Insbesondere soll geklärt werden, ob die in Struktur und Höhe bei allen drei Anbietern ähnlichen Preise für Mobilfunkdienste aus kartellrechtlicher Sicht zulässig sind.

Mit der Liberalisierung des Mobilfunkmarktes im Jahr 1998 wurden neben Swisscom zwei neue Anbieter (Diax und Orange) konzessioniert. Im Unterschied zu den Festnetzdiensten, wo sich ein intensiver Wettbewerb entwickelt hat und die Preise stark gesunken sind, konnten ähnliche Entwicklungen im Mobilfunkmarkt nicht beobachtet werden. Vielmehr kann festgestellt werden, dass die Preise der drei Anbieter in Struktur und Höhe immer sehr ähnlich sind.

Eine Erklärung für diese v.a. für die Konsumenten unbefriedigende Situation kann darin liegen, dass die Unternehmen eine kollektiv marktbeherrschende Stellung zu ihren Gunsten ausnutzen und sich allenfalls kartellrechtlich unzulässig verhalten.

Aufgrund von Anhaltspunkten für eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung eröffnet die Weko eine Untersuchung. Diesem Schritt gingen Kontakte mit der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom) voraus.

Orange ist sehr erstaunt über die Untersuchung der Weko und deren unzutreffenden Unterstellung der Marktbeherrschung, welche die Unternehmen zu ihren Gunsten ausnutzen würden und weist den Verdacht in ihrer Pressemitteilung vehement zurück. diAx-Pressesprecherin Monika Walser wies den Vorwurf gegenüber Schweizer Radio DRS zurück. Swisscom-Pressesprecher zeigte sich gemäss der Nachrichtenagentur Reuters von den Vorwürfen überrascht.

Orange investierte bislang CHF 800 Millionen und diAx bisher CHF 600 Millionen. In dieser Zeit kann kein Gewinn geschrieben werden. Orange kann deshalb den Vorwurf nicht nachvollziehen, dass eine kollektive Marktbeherrschung zu Gunsten der Unternehmen herrschen soll.

Sollten die Untersuchungen der Wettbewerbskommission ein unkorrektes Verhalten aufzeigen, müsste wohl auch in der Schweiz der Wiederverkauf von Mobilfunkdienstleistungen durch andere Unternehmungen wie Econophone, Tele2 oder Sunrise zugelassen werden.

Teilen