Kritik

Alternativ-Anbieter kritisieren ADSL-Angebot der Swisscom

Geschwindigkeitsbegrenzungen, kommerzielle Preise statt Interkonnektionspreise, gebündelter Einkauf des Internet-Zugangs.
Von Ralf Beyeler
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Das von Swisscom angekündigte Wholesale-Angebot für den Verkauf von ADSL-Zugängen geht den Alternativ-Anbietern entschieden zuwenig. Sie fordern von Swisscom den offenen Zugang zur letzten Meile, damit auch sie, unabhängig von Swisscom, den Kunden ein breites Sprektrum an schnellen und günstigen Internetzugängen anbieten können.

Die im Verband Inside Telecom VIT vertretenen Firmen wie unter anderem sunrise, diAx, Multilink, Nextra und TelePassport/Callino kritisieren das ADSL-Angebot der Swisscom vehement. Sie würden zu reinen Wiederverkäuferinnen von zwei stark begrentzen ADSL-Diensten gemacht.

Das ADSL von Swisscom sehe nur eine Geschwindigkeit von 512 bzw. 256 kBit/s vor, obwohl ADSL eigentlich 8 MBit/s zulassen würde. Desweiteren fordert VIT die Öffnung der letzten Meile für alle Fernmeldeanbieterinnen. Nur so kann der Markt nach Ansicht der VIT endlich spielen. Das ADSL-Angebot von Swisscom ermöglicht ihr, ihre Monopolstellung auf der letzten Meile zu halten.

Damit Alternativ-Anbieter ADSL von Swisscom weiterverkaufen können, müssen sie neben dem Teilnehmeranschluss auch die Dienstleistungen des Internet-Backbones bei Swisscom einkaufen. Eine echte Interkonnektionsofferte würde allerdings nur den Zugang zur letzten Meile zu Selbstkostenpreisen statt zu kommerziellen Preisen enthalten. VIT schreibt dazu, dass Swisscom als marktbeherrschendes Unternehmen Produkte an Alternativ-Anbieter zu Interkonnektionsgrundsätzen erfolgen soll, wie es das schweizerische Recht vorschreibe.

Der VIT sieht die Entbündelung des Teilnehmeranschlusses als einziges effektives Mittel, welches es den anderen Telekom-Anbieterinnen ermögliche, den Schweizer Kunden ein breites Sortiment von High-Speed Internetdiensten zu günstigen Preisen anzubieten.

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