Gratis-Handy

Keine Gratis-Handies mehr

Mobilfunkbetreiber reduzieren Provisionen an Händler für Neukunden
Von Ralf Beyeler
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Ab dem 01. Juli 2000 werden die Handies in der Schweiz teurer. MobileZone spricht in ganzseitigen Inseraten im Falle von Orange mit Preiserhöhungen von CHF 80.-- bis CHF 120.--. Bisher haben Mobilfunkbetreiber den Händlern Provisionen von bis zu CHF 500.-- pro Neukunde ausbezahlt. Mit diesen Geldern konnten die Händler ihre Handies stark verbilligt, kostenlos oder gar mit allerlei kostenlosen Zusatzgeschenke nachschiessen.

Häufig haben Kunden ein subventioniertes Handy mit einem Abo gekauft und weiterhin mit dem bestehenden Mobilfunkanbieter telefoniert und den neuen Vertrag nach Ablauf der Mindestlaufzeit wieder aufgelöst. Was spricht dagegen? Dazu ein Beispiel: Das Nokia 7110 wird mit dem Abschluss eines Orange-6-Monatsvertrag für CHF 198.-- angeboten, dazu kommen CHF 40.-- für die SIM-Karte und sechsmal fällt eine Grundgebühr von je CHF 20.--, also total CHF 120.-- an. Die Gesamtkosten für das Handy betragen CHF 358.--. Das Handy hätte alternativ im Laden für CHF 749.-- entstanden werden können. Mit dem Aboabschluss hat man über 52% gegenüber den Ladenpreis gespart. An dieser Methode ist sicher nichts missbräuchlich, denn die Anbieter können die Benutzung des Mobiltelefons nicht vorschreiben. Solange die Grundgebühr pünktlich bezahlt wird, wird der Vertrag eingehalten.

Gestiegen ist auch die Mindestlaufzeit bei den Verträgen: Neu sind zwölf Monate Standard. Swisscom und Orange bieten weiterhin 6-Monats-Verträge an während diAx nur noch Verträge mit einer Mindestdauer von zwölf Monaten anbietet.

Freude dazu herrscht laut einem Bericht des Tages-Anzeigers bei den Herstellern, den das gäbe den Handies wieder einen gewissen Wert und die Leute würden zu ihren Handies wieder mehr Sorge tragen.

Der Trend geht klar an vergünstigte Neugeräte für bestehende Kunden. Wie teltarif.ch bereits berichtete, erhalten Swisscom-Kunden die Möglichkeit, ein neues Handy zu günstigeren Konditionen zu kaufen. Die einzige Bedingung: Verpflichtung weitere zwölf Monate bei Swisscom zu bleiben. Die Kündigungsfrist beträgt zudem zwei Monate, ansonsten verlängert sich der Vertrag stillschweigend um weitere zwölf Monate. Auch Orange geht vermehrt in Richtung Neukunden, wie das neue Bonusprogramm Orange Thanks zeigt.

Allerdings hätte es den Mobilfunkanbietern klar sein können, dass die Strategie mit den Gratis-Handies langfristig nicht aufgehen konnte. So fragte Kolumnist Jürg Ramspeck kürzlich im Blick nach, wann es denn das erste Handy mit kostenlosem Eigenheim als Zugabe gäbe. So schnell wird es jetzt wohl nicht mehr dazu kommen.

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