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One.Tel - Anrufe zum Mobilfunk bedeutend teurer

Bereits ab morgen gelten die neuen Tarife, die Kunden wurden aber vorbildlich informiert
Von Ralf Beyeler
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One.Tel hat ihren Kunden heute per Brief mitgeteilt, dass Anrufe vom Festnetz in die Schweizer Mobilfunknetze ab morgen leider von 34 Rp./Min. auf 48 Rp./Min. erhöht werden.

Bisher hat One.Tel wie auch andere Telefongesellschaften Verbindungen zu Schweizer Mobiltelefonen über das Ausland umgeleitet. Dadurch konnten die hohen Interkonnektionskosten der Swisscom, die für den direkten Zugang zu den Mobilfunknetzen bezahlt werden müssen, umgangen werden. Swisscom soll nun Massnahmen ergriffen haben, so dass es sich für die ausländischen Anbieter nicht mehr lohnt, Gespräche für Schweizer Gesellschaften weiterzuleiten. One.Tel spricht gegenüber teltarif.ch von einer Frechheit. Mit diesen Massnahmen könne Swisscom die Preispolitik für Gespräche zum Mobilfunk mitbestimmen. One.Tel und auch andere Carriers prüfen jetzt, ob das Bundesamt für Kommunikation eingeschaltet werden soll.

Ein sehr grosses Lob muss man One.Tel über die Information der Preiserhöhung machen: Alle Kunden erhielten per A-Post ein Schreiben, in dem offen - und nicht im Kleingedruckten - über die Erhöhung informiert wurde. Daran könnten sich viele Gesellschaften ein Beispiel nehmen. Interoute z.B. hat es bisher noch nicht notwendig gefunden, über die massive Preiserhöhung zu informieren. teltarif.ch hat bereits am 07. Juni 2000 darüber informiert.

Es muss angenommen werden, dass auch in nächster Zeit weitere günstige Anbieter wie Supertel oder Tele2 ihre Preise für Verbindungen zu Schweizer Mobilfunktelefonen erhöhen müssen. Auch diese Gesellschaften werden es immer schwieriger haben, im Ausland Gesellschaften zu finden, die Gespräche in die Schweiz weiterleiten. Es bleibt die Frage, ob die drei Mobilfunkbetreiber nicht ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzen. Das dürfte auch die Wettbewerbskommission interessieren. Vor kurzem hat die WEKO eine Untersuchung gegen die drei Anbieter eingeleitet. Man kann nur hoffen, dass sich die Wettbewerbskommission diesmal besser durchsetzen kann. Die Konsumenten könnten dadurch von günstigeren Tarifen profitieren.

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