Subventionitis

Computer dank Internet-Abo CHF 450.-- günstiger

Während die Mobilfunkanbieter ihre Subventionen reduzieren, erhöhen nun die Internet-Anbieter die Subventionen
Von Ralf Beyeler
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Wer gestern das Inserat von Interdiscount in den Sonntagsblättern gesehen hat, dürfte gestaunt haben: Ein Computer mit AMD K6-2/450-Prozessor, 56k-Modem, Windows 98 SE und Lotus Smart Suite für CHF 349.00. Allerdings gilt dieser Preis nur, wenn die Käuferin oder der Käufer einen 2-Jahresvertrag für ein BlueWindow-Highway-Abo unterschreiben. Damit entstehen monatliche Kosten von CHF 13.90. In den zwei Vertragsjahren fallen also Kosten von CHF 333.60 an, immerhin nochmals fast soviel wie der Computer kostet.

Das Prozedere, um die Ermässigung zu erhalten, ist auch etwas ungewöhnlich: Man muss zuerst den vollen Preis - in unserem Beispiel - CHF 799.00 bezahlen, sich bei BlueWindow anmelden und auf den Gutschein von BlueWindow warten. In der Interdiscount-Filiale kann man sich den Gutschein in Bargeld auszahlen lassen.

Neben dem obenerwähnten Computer gibt es auch zwei weitere Modelle zum subventionierten Preis von CHF 549.00 und CHF 849.00.

Die Mobilfunkanbieter haben mit hohen Subventionen zahlreiche Kunden angelockt. Zuletzt gab es zahlreiche Handies zum Nulltarif und noch ein Halbtax-Abo der Bahnen dazu. In der Folge beklagten sich die Mobilfunkanbieter, dass es zahlreiche Scheinkunden gäbe, die einen Vertrag nur abgeschlossen haben, damit sie günstig an ein Handy kommen. Je nach Handy-Modell konnte man das subventionierte Handy zum halben Preis erhalten, selbst wenn man alle laufenden Kosten für den Vertrag eingerechnet hat. Weshalb soll der Kunde dann noch den vollen Preis bezahlen? Es sieht aus, dass BlueWin eine ähnliche Strategie fahren will, um weitere zahlende Kundinnen und Kunden gewinnen zu können. Ob allerdings diese Strategie gutgeht, bleibt zu bezweifeln.

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