Interkonnektion!!!

Mietleitungen unterliegen der Interkonnektion

Entscheidung der ComCom führt bis zu 63% günstigeren Mietleitungskosten für Telekommunikationsunternehmungen
Von Ralf Beyeler
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Lange hat es gedauert, bis es zu einer Entscheidung gekommen ist. Seit dem 21. September 1998 als die Firma Commcare das Gesuch gestellt hat, sind über zwei Jahre vergangen.

Die Firma Commcare verlangte von der Eidgenössischen Kommunikationskommission ComCom, dass auch Mietleitungen der Interkonnektion unterworfen werden. Statt kaufmännischer Preise sollte Swisscom den Alternativ-Anbietern also kostenbasierende Preise zuzüglich eines bescheidenen Zinsanteiles verrechnen. Damit ist klar, dass Swisscom an dieser Forderung keine Freude hatte.

Swisscom dürfte durch dieses Urteil einiges an Umsatz verlieren, da die Mitkonkurrenten nun in der Lage sind, fast flächendeckend günstigere Preise anzubieten. Damit muss Swisscom früher oder später die Preise ebenfalls senken oder es gelingt dem Unternehmen, die Kundinnen und Kunden durch Mehrwert an sich zu binden.

Die Kommunikationskommission ComCom hat die Preise für die Interkonnektion von Mietleitungen anhand europäischer Vergleichswerte festgelegt, da Swisscom keine Kostenangaben liefern konnte oder wollte.

Vorallem grössere Kapazitäten und längere Distanzen wurden bedeutend billiger. Eine 64kBit/s-Mietleitung bis zu 4 km Länge wird nur 14% günstiger, während eine solche von 1 MBit/s bis 2 MBit/s zwischen 4.1 km und 10 km Länge 63% billiger wird.

Die Commcare zeigt sich in ihrer Pressemitteilung hoch erfreut über den Sieg des Rechtsstreites und spricht von einem bedeutenden Enscheid für die Schweizer Wirtschaft. Durch die Verfügung werden vorwiegend die kleineren und mittleren Unternehmungen wirtschaftlich gestärkt, denn diese profitieren vom Entscheid der ComCom am meisten.

Den Kundinnen und Kunden wird die Commcare die massive Senkung der Kosten in Form von tieferen Preisen ab dem 01. Januar 2001 weitergeben.

Nicht durchgekommen ist die Commcare jedoch mit ihren Anliegen, auch die Kupfer- und Glasfaserkabel der Swisscom der Interkonnektion zu unterstellen. Diese Frage wird wohl politisch geklärt werden. Eine parlamentarische Initiative wird erst behandelt, wenn die Rolle des Bundes in der Swisscom (Frage der Aktienmehrheit) und die Frage der Garantierung des Service public geklärt sind. Dies wird noch einige Zeit dauern.

Genau wegeb dem Unbundling ist ein Gesuch von diAx bei der Kommunikationskommission ComCom hängig.

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