Alder

"Ich will keine Enteignung"

Jens Alder im Handelszeitung-Interview über Trottinette, Unbundling, Rechtsforum, UMTS und Übernahmen
Von Ralf Beyeler
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In der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung kann man ein Interview mit Swisscom-Chef Jens Alder lesen.

Bereits bei der ersten Frage geht es - wie könnte es anders sein? - um die Trottinette, die Swisscom einigen Parlamentariern geschenkt hat. Die Trottinette soll das Tempo in der Telekommunikationsbranche signalisieren. Er findet das Geschenk originell: Es regt zum Nachdenken und Schmunzeln an.

Zur Frage des Unbundling - also der Zugang der Alternativ-Anbieter auf die letze Meile - äussert sich Alder dahingehend, dass eine Enteignung ins Haus stünde. Eine Freigabe erhöht der Kostendruck der Swisscom gewaltig. Alder sagte weiter, dass ein so massiver Eingriff in die Eigentumsrechte eines börsenkotierten Unternehmens wenig mit Marktwirtschaft zu tun habe.

Jens Alder findet es grundsätzlich gefährlich, wenn ein Mehrheitsaktionär aus gesetzlichen Gründen nicht das Recht habe, seine Mehrheit verkaufen zu können. Er ist deshalb für die Öffnung, die noch nicht bedeutet, dass der Bund seine Mehrheit an Swisscom wirklich verkaufe.

Über die UMTS-Auktion in der Schweiz ist Jens Alder sehr unglücklich. Eventuell habe man deutsche Verhältnisse und dann würden enorme Summen ausgegeben werden, die der Wirtschaft entzogen würden. Es sind äussert schwierige Rahmenbedingungen, klagt Alder.

Bezüglich Übernahme der Swisscom durch ein anderes Unternehmen sagte Alder:"Ich stelle folgende Behauptung auf: Wenn der Bund heute nicht mehr die Mehrheit hätte und auch keine goldene Aktie, dann würde Swisscom wohl übernommen. Denn die Swisscom ist in der heutigen Form ein Übernahmekanditat." Die Swisscom ist - auch gerechnet am Umsatz pro Mitarbeiter - ein sehr attraktiver Telecom-Operator.

Das komplette Interview kann in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung auf Seite 9 nachgelesen werden.

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