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UMTS: Britische Vodaphone steigt bei Swisscom Mobile ein

Der Bund und die Swisscom begründen den Entscheid
Von Ralf Beyeler
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Wie wir in einer Kurzmeldung soeben gemeldet haben, steigt Vodaphone bei Swisscom Mobile ein. In einer Pressemitteilung informierten sowohl das Departement Leuenberger wie auch die Swisscom selbst ausführlich.

Vodaphone bezahlt für die 25%-Beteiligung an der Swisscom-Mobilfunk-Tochtergesellschaft rund CHF 4.5 Milliarden. Die so zugeflossenen Mittel werden vorrangig in die Wachstumsgebiete des Kerngeschäftes investiert. Dazu gehören der Erwerb der Schweizer UMTS-Lizenz, der damit verbundene Netzausbau, der Ausbau des Festnetzes für Breitbanddienste und die Expansion im E-Commerce. Darüber hinaus gehende Mittel werden zur Schuldenreduktion verwendet.

Gemäss dem Departement Leuenberger legt die Partnerschaft mit Vodaphone die Basis für den erfolgreichen Einstieg von Swisscom in die neue Mobilfunkgeneration (UMTS). Dies ermöglicht Swisscom Mobile die Nutzung von Know-How, heutigen und vorallem zukünftigen Produkten von Vodaphone in der Schweiz. Dazu gehören das pan-europäische Roaming für UMTS, der Zugang zu Mehrwertdiensten sowie die Teilnahme an der Entwicklung neuartiger Produkte.

Ausserdem soll Swisscom Mobile damit die Vorteile des gruppenweiten Einkaufs von UMTS-Infrastruktur und -Endgeräten ebenso vollumfänglich nutzen wie die Unternehmen der Vodaphone-Group. Swisscom erhält mit der Partnerschaft auch die Möglichkeit, eigenentwickelte Produkte künftig auch europaweit zu vertreiben. Die Partner haben sich weiter darauf geeinigt, in der Schweiz nicht gegeneinander in Wettbewerb zu treten.

Die Vereinbarung sieht weiter vor, das die Swisscom-Tochter debitel in Deutschland das UMTS-Netz der Vodaphone-Tochter D2 benutzen kann.

Im siebenköpfigen Verwaltungsrat der noch zu gründenden Swisscom Mobile AG wird Swisscom sieben Mitglieder und Vodaphone zwei Mitglieder stellen. Ein Sitz soll durch einen unabhängigen Experte besetzt werden.

Es wird sichergestellt, dass Swisscom die Kontrolle über ihre Mobilfunkaktivitäten weiterhin ausüben und ihre Tochter Swisscom Mobile AG voll konsolidieren kann. Es besteht ein gegenseitiges Vorkaufsrecht. Es gibt aber keine Option auf eine Mehrheitsübernahme durch Vodaphone.

Damit die Partnerschaft mit Vodaphone umgesetzt werden kann, braucht es die Genehmigung durch die ausserordentliche Generalversammlung der Swisscom im kommenden März. Zudem muss die vom Verwaltungsrat beschlossene Holdingstruktur in Kraft gesetzt werden. Weitere Voraussetzungen sind die Zustimmung der Wettbewerbskommission und die Ersteigerung einer schweizerischen UMTS-Lizenz durch die Swisscom.

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