mobil

Jahresrückblick Mobilfunk

Viel Neues (WAP, HSCSD,GPRS), viele Sonderangebote, UMTS-Auktion knapp über Mindesterlös
Von Ralf Beyeler
Kommentare (4574)
AAA
Teilen

Während dem Jahr 2000 hat sich die Mobilkommunikation gewaltig entwickelt. Ein Ereignis ist sicher die Einführung der Rufnummernportabilität. Damit können Mobilfunkkundinnen und -kunden die Rufnummer zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Es ist daher keine umständliche Bekanntgabe von neuen Telefonnummern notwendig. Da es immer noch Verwirrung gibt, wie die Rufnummernportabilität konkret abläuft, der Hinweis auf eine entsprechende News.

Preislich hat sich im Mobilfunkbereich relativ wenig bewegt: Auf den 14. Februar 2000 reduzieren diAx und auch der Mobilfunker Orange ihre Preise. Auf den 01. März 2000 verändert Swisscom die Auslandstarife, wobei man je nach Destination günstiger, aber auch bedeutend teurer telefoniert als bisher.

Am 26. April 2000 geben sowohl Tele2 wie auch Sunrise den Einstieg in dem Mobilfunkmarkt bekannt. Tele2 verkauft Natel Easy unter eigenem Namen und Sunrise entscheidet sich für eine Zusammenarbeit mit Orange (Verkauf von Orange PrePay).

Mitte August 2000 schliesslich lanciert Orange Orange City - damit kann man innerhalb seiner Region zum halben Preis telefonieren - und Orange Fast Data - damit können Daten mit vierfacher Geschwindigkeit übertragen werden.

Auf den 01. September 2000 überrascht Swisscom mit einer Preissenkung für SMS-Mitteilungen um einen Drittel auf 20 Rappen. diAx und Tele2 ziehen nach. Auf den 01. Oktober 2000 senkt diAx ihre Preise erneut.

Im Jahr 2000 gibt es im Mobilfunkbereich einige Sonderangebote: So sagt Swisscom zum Valentinstag "Wahre Liebe kostet nichts" und lässt die Kundschaft SMS kostenlos versenden. Für Kundinnen und Kunden unter 23 ruft Swisscom NatelSkyline ins Leben: 30 SMS können monatlich kostenlos versendet werden. Die Jugendlichen können im Juli und August bereits ab 10 Rp./Min. mobil telefonieren, im Dezember (und auch im Januar 2001) schliesslich statt 30 gleich 100 SMS kostenlos versenden.

Orange schreibt den Kundinnen und Kunden der ersten Stunde monatlich 10 Gratis-Minuten gut. Kurz darauf wird ein Treueprogramm lanciert. Bis Mitte Mai hat man mit Orange Friends ein spezielles Abo abschliessen können, mit dem andere Orange-Nutzer ganztags für nur 20 Rp./Min. erreicht werden können. In den Monaten Juli und August wird International-Roaming ein Viertel günstiger angeboten.

Das Jahr 2000 war das erste Jahr, in dem WAP-Dienstleistungen angeboten werden. Auch wenn einige von einem Flop sprechen, WAP hat seine Vorteile. Eines ist auf jeden Fall klar: Bei WAP handelt es sich nicht um ein "mobiles Internet" wie einige dies gerne beim Start gross angekündigt haben. WAP kann vorteilhaft sein, um unterwegs benötigte Daten wie Verkehrsinformationen, Fahrplanabfragen oder Standortinformationen abzurufen.

Swisscom bietet WAP von Beginn an für 20 Rp./Min. an. diAx hat das WAPpen bis Ende Juni für 15 Rp./Min. ermöglicht und dann auch für 20 Rp./Min. an. Orange lancierte WAP mit einem kleinen Geschenk: Während des ersten Monats konnte man ohne Kosten WAPpen. Wie auch bei den anderen Anbietern kostete WAP bei Orange 20 Rp./Minute. Alle drei Netzbetreiber bieten intelligente Dienstleistungen an: Beim WAPpen wird automatisch erkannt, wo man sich befindet. Dann kann man Dienstleistungen abrufen, die auf den aktuellen Standort abgestimmt sind.

Ein Thema für sich ist auch UMTS: Zuerst ging man davon aus, dass mehrere Milliarden Franken in die Bundeskasse gespült werden könnten. Bei der Versteigerung schliesslich wurde ein Erlös von lediglich 205 Millionen erzielt. Kein Wunder: Vier Anbieter haben für vier Lizenzen geboten. Zuerst haben sich zehn Unternehmen für die Auktion beworben, dann ziehen sich fünf Unternehmen zurück und Sunrise und diAx geben die Fusion bekannt.

diAx führt Mitte Dezember 2000 als erster Netzbetreiber der Schweiz die schnelle Datenübertragung über GPRS ein.

Morgen werden wir den Bereich Internet in unserem Jahresrückblick behandeln.

Teilen