Stellenabbau

Nach der Fusion: Sunrise baut ab

500 Arbeitsplätze sollen eingespart werden
Von Marie-Anne Winter
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Wie die Neue Zürcher Zeitung heute berichtet, werden nach der Fusion der beiden Schweizer Telekomanbieter Sunrise und Diax nun doch in grösserem Umfang Arbeitsplätze abgebaut. Gestern hat Sunrise- Chef Kim Frimer den Abbau von insgesamt 500 Stellen bekannt gegeben. 240 Angestellten wird gekündigt, der weitere Abbau soll durch "natürliche Fluktuation" erreicht werden. Sunrise geht davon aus, dass sich damit die Gesamtbelegschaft auf Ende Jahr von 2500 auf 2000 Personen reduzieren lässt.

Sunrise-Personalchef Markus Zürni führte aus, dass über die Hälfte der Entlassungen Mitarbeiter von Call-Zentren betreffen werden. Die Schliessung eines der fünf Zentren sei aber nicht geplant. Zürni hob unter anderem auch die attraktiven Konditionen des Abbauplans hervor. Unter anderem sollen die Kündigungsfristen für alle Mitarbeiter um drei Monate verlängert werden; für ältere Angestellte sind ausserdem Abgangsentschädigungen vorgesehen. Konkrete Zahlen bezüglich der Gesamtkosten wollte Zürni aber nicht nennen. Die Gewerkschaften sprachen in einer Medienmitteilung dagegen von einem Abbauplan zum Nulltarif, der der Unternehmung nur einen kurzfristigen Wettbewerbsvorteil verleihen werde.

Um Sunrises Position als klare Nummer zwei hinter der Swisscom zu festigen, sollen dieses Jahr 800 Millionen CHF investiert werden. Diese Investitionen dürften in erster Linie dem Aufbau des UMTS-Netzwerkes zugute kommen. Längerfristig ist sogar die Marktführerschaft im Privat-, Geschäfts- oder im Wholesale-Bereich vorgesehen. Bis im Jahre 2002 will Sunrise auf jeden Fall die jetzige Nummer zwei im Mobilfunkbereich, Orange, überholen. Kim Frimer zeigte sich zuversichtlich, dass Sunrise 2004 schwarze Zahlen schreiben werde. Auf die Gerüchte um eine mögliche Übernahme der Sunrise-Muttergesellschaft Tele Danmark durch die Deutsche Telekom angesprochen, meinte Frimer, dass keine Verkaufsgespräche stattfänden.

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