gefährdet

Cablecom dementiert Überschuldung

Muttergesellschaft NTL beantragt hingegen Gläubigerschutz
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Der Breitbandkabel-Betreiber Cablecom, der Ende 1999 von der Swisscom an die NTL-Gruppe verkauft worden war, dementiert Medienberichte, wonach er sich in Zahlungsschwierigkeiten befände. Bestätigt wird aber, dass zur Zeit Verhandlungen mit den Gläubigerbanken laufen, weil Cablecom im 1. Quartal 2002 einige Bedingungen der Bankenfinanzierung verletzt hatte. Dabei seien die Hauptpfichten (z.B. die Zinszahlungen) erfüllt worden, so dass Cablecom hofft, diese Verhandlungen zügig abzuschliessen, um anschliessend eine Verzichtserklärung ("waiver") der Banken zu erhalten.

Hingegen hat NTL bereits vor einer Woche zusammen mit den Haupt-Gläubigern einen Restrukturierungsplan beschlossen. Dazu gehört auch eine Insolvenz-Anmeldung nach "Chapter 11", bei der ein Unternehmen vorübergehenden Gläubigerschutz erhält. Da die Mehrheit der Gläubiger den Angaben zufolge den Prozess unterstützt, sollte er zügig abgeschlossen werden.

Einige Tochtergesellschaften von Cablecom waren zum 31. Dezember 2001 formal überschuldet. Dieses Problem ist durch geeignete Massnahmen aber inzwischen beseitigt worden.

Dennoch zeigt die Erfahrung, dass die Insolvenz der Muttergesellschaft immer eine kritische Angelegenheit für die Tochtergesellschaften ist. Denn nur selten sind die abhängigen Unternehmen darauf gut vorbereitet, in dem sie zum Beispiel eine eigenständige Finanzierung haben. Insofern bleibt zu hoffen, dass man den Angaben der Cablecom vertrauen kann.

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