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Programmierer des Internet-Wurms "Sasser" festgenommen

18-Jähriger aus Niedersachsen soll Schädling programmiert haben
Von dpa / Marie-Anne Winter
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Der Programmierer des Internet-Wurms Sasser ist festgenommen worden. Es handle sich um einen 18-Jährigen aus Niedersachsen, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Hannover heute morgen. Der Wurm Sasser hatte in den vergangenen Tagen weltweit Millionen Computer befallen. Er nutzte eine Schwachstelle in den Microsoft Betriebssystemen Windows XP und 2000 aus.

Weil keine Dateien zerstört worden seien, sei der Schaden insgesamt geringer als erwartet. Da aber die betroffenen Computer immer wieder abstürzten sei es zu erheblichen Produktionsausfällen gekommen, sagte der Sprecher des deutschen Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Michael Dickkopf. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel wird der 18 Jahre alte Schüler auch verdächtigt, für einen zweiten Wurm verantwortlich zu sein. Der Virus netsky.ac sei in der Nacht zum vergangenen Dienstag aufgetaucht. An der Suche nach dem Sasser- Schöpfer seien auch die US-Sicherheitsbehörden FBI und CIA beteiligt gewesen. "Man hatte den "Sasser"-Urheber erst in den USA vermutet, später dann in Russland", sagte BSI-Sprecher Dickopf.

Weltweit kursieren nach Angaben des Karlsruher Virenexperten Christoph Fischer rund 75 000 Computer-Viren. Davon seien jedoch viele nicht von Grund auf neu geschrieben, sondern leichte Abwandlungen bereits bestehender Würmer. Auch Sasser habe eine bereits bekannte Technologie anders umgesetzt und eine bekannte Schwachstelle ausgenutzt, sagte Fischer. Dieser Wurm habe sich unter anderem auch deshalb verbreiten können, weil viele Menschen ihre Laptops sowohl zu Hause als in ihrer Firma nutzten. "Ein Unternehmen ist eigentlich durch eine Firewall geschützt", erläuterte Fischer. "Bringen aber zum Beispiel Service- Mitarbeiter einen infizierten Rechner mit und schliessen ihn an das Firmensystem haben, dann haben sie die Firewall praktisch per Hand umgangen."

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