Entbündelung

cablecom kündigt Investitionen in eigene Festnetzstruktur an

Umsatz wird 2006 voraussichtlich Milliardengrenze überschreiten
Von Ralf Trautmann

cablecom wird im Zuge der Entbündelung der letzten Meile in eine eigene Festnetz-Infrastruktur investieren. Dies liess der neue Chef des Unternehmens, Rudolf Fischer, in einem Interview mit der HandelsZeitung verlauten. Wie das Wirtschaftsmagazin weiter mitteilte, würde das Unternehmen jährlich rund 60 Prozent seines Ertrages in den Netzausbau stecken. Dieser Betrag werde auch die neuen Investitionen abdecken.

cablecom war ursprünglich ein reiner Kabelnetzbetreiber und stand vor Jahren angeblich schon vor dem Aus. Das Unternehmen wurde daraufhin finanziell restrukturiert und hat seitdem sein Engagement auf weitere Telekommunikationsbereiche ausgeweitet. Als Anbieter von Fernsehen, Internet, Festnetz- und Mobiltelefonie aus einer Hand wurde cablecom dann das erste so genannte "Quadruple Play"-Unternehmen in der Schweiz.

Laut HandelsZeitung wechseln jeden Monat mehrere tausend Kunden mit ihrem Festnetz-Anschluss von der Swisscom zu cablecom. Im gesammten Jahr 2005 sollen es rund 85'000 gewesen sein, laut Fischer ist zudem der durchschnittliche Umsatz je Kunde gewachsen.

WiMAX wird Nischenprodukt bleiben

Der Breitband-Nutzung über WiMAX räumte Fischer dagegen auch dauerhaft nur ein Nischendasein ein. Da cablecom bereits eine Lizenz besitze, werde das Unternehmen jedoch auch hier investieren und die Technologie im Business-Sektor unterstützend einsetzen. Der Kauf eines Mobilfunkanbieters ist dagegen laut Fischer nach eingehender Prüfung keine Option für cablecom. Bisher tritt das Unternehmen in diesem Sektor als Provider auf und kooperiert hier mit dem Netzbetreiber sunrise.

Fischer sieht die grössten Wachstumschancen für sein Unternehmen in diesem Jahr beim Breitband-Internet-Zugang und im Bereich der Telefonie. Erst vor kurzem hatte das Unternehmen die Geschwindigkeit seiner DSL-Zugänge verfünffacht. Auch das digitale Fernsehen biete einen grossen Zukunftsmarkt: in der Schweiz seien erst rund 10 Prozent mit der neuen Technologie versorgt.

Wie die HandelsZeitung weiter berichtete, könnte cablecom zudem seinen Umsatzerfolg des letzten Jahres weiter ausbauen. Möglicherweise werde das Unternehmen hier erstmals über einer Milliarde Franken liegen, im vergangenen Jahr sollen es rund 850 Millionen Franken gewesen sein.