Lizenz-Entzug

Telefónica kämpft gegen Entzug der UMTS-Lizenz

Unternehmen hat bis heute keinen einzigen UMTS-Sendemast gebaut
Von Ralf Trautmann
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Telefónica hat beim Bundesgericht Rekurs gegen den Entzug der UMTS-Lizenz für ihre Tochter 3G Mobile AG eingereicht. Medienberichten zufolge liegt dem Gericht die Beschwerde bereits seit Ende Mai vor.

Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hatte dem Unternehmen die Lizenz entzogen, da es gegen die damit einhergehenden Verpflichtungen verstossen hatte: So war die Konzession an den Aufbau einer eigenen Infrastruktur gebunden, mit der potenziell bis Ende 2004 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung hätte versorgt werden können. Telefónica hatte aber bereits Mitte 2002 ihre Pläne in verschiedenen europäischen Staaten ausgesetzt, nachdem sie mit Investitionen auf dem deutschen Markt schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Daraufhin wollte das Unternehmen die Konzession an die drei weiteren Lizenznehmer Swisscom Mobile, Orange und sunrise verkaufen, was die ComCom untersagte, ebenso wie das Gesuch, die verletzte Konzessionsbestimmung aufzuheben. Telefónica hatte die Lizenz im November 2000 für rund 50 Millionen Franken erstanden, bis heute aber keinen einzigen UMTS-Sendemast gebaut.

Telefónica gab zu der Beschwerde keine Stellungnahme ab, unbekannt ist auch, wie lange das Verfahren dauern wird. Sollte die ComCom-Entscheidung bestätigt werden, könnte die Lizenz neu ausgeschrieben werden.

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