WLAN

WLAN: Internet für alle in Städten auf dem Vormarsch

Flächendeckende WLAN-Netze in Luzern, St. Gallen und Zürich
Von Janko Weßlowsky
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Im März wird es soweit sein: Dann erhalten die Bürger der Stadt St. Gallen ihr eigenes frei zugängliches und kostenlos nutzbares WLAN-Netz. Im Rahmen des Projektes Wireless St. Gallen [Link entfernt] fördern die Kooperationspartner - das Organisations- und Informatikamt der Stadt (OIA [Link entfernt] ), die Stadtwerke [Link entfernt] St. Gallen, die Hochschule Rapperswil, die Studentenschaft der Universität St. Gallen und die Mitglieder der Bewegung openwireless.ch [Link entfernt] - die Errichtung von zunächst vier Sendeanlagen. Diese sollen es ermöglichen, eine solide Grundversorgung nahezu der gesamten Stadt sicher zu stellen.

Um sich über diese vier Gateways in das Internet einwählen zu können, sind WLAN-Router nötig, die mit einer speziellen Firmware ausgestattet sind. Diese Firmware ermöglicht jedoch noch mehr: Solcherart ausgerüstete Router errichten selbst untereinander ein engmaschiges Netzwerk, das die Versorgungsreichweite weiter erhöht. Router, die sich ins Internet einwählen wollen, suchen sich dann den kürzesten Weg durch dieses Netzwerk zu einem der vier Basis-Gateways. Auf diese Weise soll es dann bald möglich sein, auf allen Strassen und Plätzen St. Gallens kostenlos im Internet surfen zu können. Denn: Im Gegensatz zu vielen anderen solchen Projekten soll der Internetzugang in St. Gallen nichts kosten - lediglich der Router mit der entsprechenden Firmware muss erworben werden. Ein Pilotprojekt mit Studierenden der Universität St. Gallen hat Mitte Dezember begonnen, ab März soll Wireless St. Gallen dann schrittweise auf die ganze Stadt ausgedehnt und entsprechend beworben werden.

Kostenlos in St. Gallen, kostenpflichtig in Luzern

Damit liegt St. Gallen voll im Trend. In mehreren Landesteilen sind in der letzten Zeit ähnliche Projekte an den Start gegangen. Als Erstes wurde in Luzern im September 2006 die Pilotphase für ein grösseres Funknetz abgeschlossen. Seitdem wurde die Verfügbarkeit vom Testgebiet aus nach und nach auch auf andere Stadtteile ausgedehnt - gegen Ende des Jahres sollte die gesamte Innenstadt versorgt sein. Aufgebaut wurde das hiesige Netz in Kooperation zwischen dem Energiedienstleister energie wasser luzern (ewl) mit Sitz in Luzern und the public network ag (tpn) aus Zürich. Eigentümerin des WLAN-Netzes ist hier ebenfalls wie in St. Gallen die Stadt. Aber: Im Unterschied zu St. Gallen handelt es sich hier zwar um ein offenes, frei zugängliches WLAN-Netz, jedoch kein kostenloses. Das Netz ist für alle Diensteanbieter der Telekommunikationsbranche verfügbar, welche die Hotspots mieten und über diese ihre individuellen Tarife anbieten können. So führte der Anbieter TIC [Link entfernt] (The Internet Company AG) im Rahmen seines TIC Traveller Accounts schon Ende September eine Zugangsmöglichkeit für 45 Hotspots in Luzern für monatlich 9,90 Franken plus Roaminggebühren in Höhe von 30 Rappen pro Minute ein.

WLAN-Netzausbau in der ganzen Schweiz

Aber auch im Rest der Schweiz sollen umfangreiche WLAN-Netze entstehen, insbesondere TIC zeigt sich an einem solchen Ausbau stark interessiert. Bereits im Oktober verkündete das Unternehmen nach einer anscheinend ausgesprochen erfolgreichen Startphase in Luzern, dass man an Kooperationen mit zahlreichen Firmen in Bern, Basel und Zürich arbeite, um auch hier jeweils flächendeckende WLAN-Netze aufzubauen. Zürich solle sogar schon Ende 2007 lückenloses WLAN-Surfen ermöglichen, die anderen beiden Städte rasch folgen. Fernziel ist es, kabelloses Surfen im Freien in nahezu allen grösseren Schweizer Städten und Ortschaften anzubieten. Die Nutzungsbedingungen werden wohl denen in Luzern gleichen, da die TIC Traveller Accounts für alle Hotspots gleichermassen gelten sollen.

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