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Prepay-Abo: Orange beschreitet neue Wege

Prima-Abo soll Kostenkontrolle und hochwertige Mobiltelefone vereinen
Von Janko Weßlowsky
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Orange führt ab sofort einen Abonnement-Tarif namens "Prima" ein, der ähnlich einem Prepay-Angebot volle Kostenkontrolle bieten soll. Das Abonnement richtet sich nach Aussage des Unternehmens vor allem an Eltern, die ihren Kindern ein hochwertiges modernes Mobiltelefon kaufen wollen. Dieses sei jedoch fast immer nur in Verbindung mit einem Abonnement zu erhalten. Bislang schreckten die meisten Eltern jedoch aus Angst vor möglichen hohen Rechnungen vor Abonnement-Abschlüssen zurück.

Der neue Preisplan stellt eine Art Zwischenlösung zwischen reinem Abonnement und Prepay-Karte dar. Für die monatliche Grundgebühr erhält der Kunde inklusive Gesprächsminuten oder Frei-SMS. Sind diese aufgebraucht, sind zunächst erstmal keine weiteren abgehenden Gespräche oder SMS möglich. Der Kunde kann jedoch, ähnlich einer Prepay-Karte, zusätzliches Guthaben erwerben - zum Beispiel via Rubbel-Karten, an SBB Ticket-Automaten, an Postautomaten und Poststellen oder auch bei Coop-Verkaufsstellen. Bei Neuabschluss eines Abos ist einmalig ein doppeltes Inklusiv-Volumen enthalten.

Kostenkontrolle auf teure Weise

Den Preisplan gibt es in zwei Stufen. "Prima 12" bietet für monatlich 12 Franken 10 Freiminuten oder 25 Frei-SMS. "Prima 22" hingegen kostet monatlich 22 Franken, beinhaltet dafür jedoch 30 Frei-Minuten oder 75 Frei-SMS. Dies entspricht im grösseren Abo einem rechnerischen Minutenpreis von satten 73 Rappen oder 29 Rappen je SMS. Nach Verbrauch der Inklusiv-Minuten oder -SMS fallen bei beiden Preisplänen 50 Rappen je Gesprächsminute an, unabhängig davon, ob das Ziel im Schweizer Festnetz oder Mobilfunknetz liegt. SMS kosten immer 20 Rappen. Beim Vorweisen des Schüler- oder Lehrlingsausweises bei Orange erhält man 30 SMS pro Monat gratis dazu. Darüber hinaus können mit Prima noch zwei kostenlose Anrufe von je 30 Sekunden Länge getätigt werden, wenn das Guthaben aufgebraucht ist.

Mit diesen Kosten liegen die Prima-Preispläne jedoch deutlich über den Kosten anderer Abonnements. Selbst die meisten Prepay-Angebote kommen den Kunden deutlich günstiger als das neue Orange-Angebot. Vorteil ist hier lediglich, dass nicht verbrauchte Inklusivvolumina in den Folgemonat übernommen werden können. Bei jedoch nur 10 bzw. 30 Minuten im Gesprächspaket ist es aber eine berechtigte Frage, wie viele Kunden davon überhaupt profitieren werden. Ob allein das Argument der Kostenkontrolle und ein hochwertigeres Handy die teuren Gesprächspreise rechtfertigt, sei einmal in den Raum gestellt. Entsprechende Geräte finden sich bei diversen Online-Händlern zu verträglichen Kosten auch gänzlich ohne Abonnement.

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