Markt

Letzte Meile: Orange klagt gegen Swisscom

Statt 31 Franken fordert Orange Zugangspreis von knapp 14 Franken
Von Björn Brodersen

Der Swisscom-Wettbewerber Orange will mit einer Klage bei der Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) eine Senkung des monatlichen Zugangspreises für den Teilnehmeranschluss und der Mietpreise für die Nutzung der Anschlusszentralen durchsetzen. Die Swisscom blockiere die Liberalisierung der letzten Meile, verhindere dadurch fairen Wettbewerb und verstosse gegen den mit der Revision des Fernmeldegesetzes (FMG) erklärten Willen des Gesetzgebers, argumentiert Orange. Das Unternehmen fordert die ComCom auf, die Kostenorientiertheit der Zugangs- und Mietkosten zu überprüfen und anhand markt- und branchenüblicher Vergleichswerte neu festzulegen.

Orange bewertet den monatlichen Zugangspreis zum Teilnehmeranschluss von 31 Franken als nicht kostenorientiert und hält stattdessen einen Betrag in Höhe von 13.99 Franken für angemessen. Orange hat nach eigenen Angaben in der Klageschrift einen Vergleich der Zugangspreise in den EU-Ländern durchgeführt und in einem vereinfachten Rechnungsmodell insbesondere die Länge der Kupferleitungen berücksichtigt. Auch der monatliche Mietpreis für die Nutzung der Anschlusszentralen von 52.15 Franken für zwei Quadratmeter sei deutlich zu hoch.

Das Unternehmen wirft der Swisscom ausserdem vor, den anderen Anbietern den Zugang zu Teilabschnitten des Teilnehmeranschlusses, den so genannten Quartierverteilern, zu verweigern sowie nicht zulässige Bedingungen für den Zugang zu den Anschlusszentralen und den hierfür bereitgestellten Informationen zu stellen.