Pilotprojekt

Orange testet Breitband-Bündel in Zürich

20-MBit/s-Internet, VoIP, IPTV und Mobiltelefonie im Paket
Von Björn Brodersen / Ralf Trautmann
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Das Breitband-Pilotprojekt von Orange und den Elektrizitätswerken der Stadt Zürich, ewz, ist gestartet. In den kommenden Monaten testen 55 Haushalte in Zürich das Dienste-Paket aus schnellem Internetanschluss mit Übertragungsraten von bis zu 20 MBit/s für den Datenempfang und -versand, VoIP-Anschluss, digitalem Fernsehen und Mobiltelefonie. Orange ist der erste Telekommunikationsanbieter, der seine Dienste über das auf dem ewz-Glasfasernetz basierenden "ewz.zürinet" anbietet.

Die Testteilnehmer erhalten neben dem 20-MBit/s-Anschluss ein IPTV- und Video-on-Demand-Paket mit 50 TV-Sendern und TV-Recorder, einen VoIP-Anschluss mit 20 Franken monatlichem Guthaben für Telefonate in die Schweizer Fest- und Mobilfunknetze, das Mobiltelefon Nokia 2610 sowie den Mobilfunktarif Optima 30. Die Testphase soll Ende März 2008 enden.

Späteres Bündelangebot soll weniger als 100 Franken im Monat kosten

"Die ersten begeisterten Reaktionen einiger Testteilnehmer zeigen uns, dass der Erfolg des geplanten kommerziellen Angebotes vor allem von der Qualität und vom Preis der Dienste abhängen wird. Die Qualität ist dank dem ewz.zürinet sowie unseren Service-Partnern garantiert. Preislich soll das für 2008 geplante Einstiegsangebot deutlich unter 100 Franken pro Monat liegen", sagt Orange-CEO Andreas Wetter zum Start des Pilotprojekts. Und Peter Messmann, Leiter Telecom ewz, fügt hinzu: "Das Pilotprojekt mit Orange wird uns wichtige Erkenntnisse zu den Spitzentechnologien und zu den künftigen Diensten geben. Zudem liefert es uns wichtige Hinweise betreffend verwendeter Technologien wie auch der eingesetzten Komponenten für den Aufbau und Betrieb des ewz.zürinet."

Am 11. März haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich einen Rahmenkredit von 200 Millionen Franken für den Bau und Betrieb eines ewz-Breitbandnetzes bewilligt. Anfang 2008 soll der schrittweise Auf- und Ausbau des ewz.zürinet erfolgen. In einem ersten Schritt sollen Geschäftsliegenschaften und Mehrfamilienhäuser angeschlossen werden. Basierend auf einem offenen Netzkonzept wird das ewz.zürinet allen interessierten Telekommunikationsunternehmen und Dienstanbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt. ewz erbringt selber keine Dienstleistungen wie TV, Internet oder Telefonie.

Orange will Anbieter von Konvergenz-Produkten werden

Der Anbieter aus Lausanne will sich zudem weiter vom reinen Mobilfunkunternehmen hin zu einem Anbieter von Konvergenz-Produkten entwickeln. In den "kommenden Wochen und Monaten" will das Unternehmen daher zum Beispiel unter dem Namen One Phone ein Angebot lancieren, bei dem im Büro über WLAN sowie VoIP und unterwegs über den Mobilfunk telefoniert wird. Mit One Number können Businesskunden bei Anrufen vom Handy eine Festnetznummer übermitteln und sind unter dieser Nummer auch auf dem Handy erreichbar. Virtual PBX ist indes eine komplette virtuelle Telefonanlage. Kommendes Jahr sollen DSL-Privatkunden mit einem Internetradio sowie einem Telefonie-Angebot neue Dienste für das Orange-WLAN-Modem Livebox zur Verfügung stehen.

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