Ausbau

100 MBit/s im Down- und Upload

Swisscom will Glasfasernetz mit Konkurrenten aufbauen
Von Christian Horn
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Swisscom-Chef Carsten Schloter erklärte in einem Interview der Sonntagszeitung, sein Unternehmen wolle beim Ausbau einer flächendeckenden Glasfaser-Infrastruktur in der Schweiz mit seinen Konkurrenten kooperieren. Während Geschäftshäuser in Schweizer Städten schon längst erschlossen seien, gehe es nun um den Anschluss von Wohnungen und Privathäusern. "Wenn wir entscheiden, ein Gebäude an einer bestimmten Strasse anzuschliessen, dann werden wir unsere Mitbewerber darüber informieren. Wir werden ihnen sagen, wann wir die Strasse aufreissen, und ihnen anbieten, sich an den Kosten zu beteiligen und ihre eigene Glasfasern zu verlegen", so Schloter.

"Logistischer GAU und volkswirtschaftlicher Unsinn"

Da die Swisscom im Gegenzug für sich das gleiche Recht von seinen Konkurrenten erwartet, ist nach Ansicht von Schloter ein Regulierungsrahmen notwendig. Man habe bereits erste informelle Gespräche geführt und die Swisscom wolle das Modell mit den Regulierungsbehörden sondieren. "Es kann nicht im allgemeinen Interesse sein, dass in einer Stadt wie Zürich drei Anbieter gleichzeitig ein eigenes Glasfasernetz aufbauen, ohne sich abzusprechen. Das ist ein logistischer GAU und ein volkswirtschaftlicher Unsinn."

Schloter erklärte weiter, sein Unternehmen strebe eine anbieterneutrale Verkabelung an, die auch für ein Kabelnetz und andere Anbieter funktioniert. Die ersten Haushalte sollen voraussichtlich Ende 2008 an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Die Datenraten sollen bei etwa 100 MBit/s im Down- und Upload liegen.

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