Datenstau

Swisscable: Zattoo und Co sind keine Konkurrenz

Dienste sollen aber zu Engpässen in den Netzen führen
Von Anja Zimmermann
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Swisscable, der Verband der Schweizer Kabel-TV-Unternehmen, sieht die Internetplattformen Zattoo und Co zwar nicht als Konkurrenz, beklagt sich aber über Datenengpässe. Dies meldet die Werbewoche. Hajo Leutenegger, Verbandspräsident der Swisscable, sieht "Internetfernsehen (...) als eine Ergänzung zum Kabel-TV-Angebot." Dennoch profitieren diese Internetportale von der Netzinfrastruktur der Kabel-TV-Unternehmen. Ausserdem führten die Dienste zunehmend zu Kapazitätsengpässen in den Netzen. Wegen der Belastung der Netzinfrastruktur durch Internetfernsehen wird Swisscable in den nächsten Monaten analysieren, ob und was für konkrete Massnahmen möglich sind. "Es geht uns keineswegs um einen Angriff auf Zattoo oder Youtube", betonte Swisscable-Geschäftsführerin Claudia Bolla-Vincenz gegenüber der Werbewoche.

Nur nicht die Leitung verstopfen

Es soll herausgefunden werden, wie der Datenverkehr am besten gehandhabt werden kann. Lösungen in Zusammenarbeit mit den Anbietern von Internet-TV sind für Swisscable eine Option. Wichtig ist dem Verband, dass der Kunde das Angebot erhalte, dass er auch tatsächlich nutze und nicht von anderen Diensten in seiner Netzkapazität eingeschränkt werde. Denkbar wäre also, dass es spezifische Angebote für jene Nutzer gibt, die Internetfernsehen beziehen. Dass die Kunden dafür zusätzlich bezahlen müssten, ist laut Bolla-Vincenz nicht zwingend. Wann eine mögliche Lösung realisiert werden könnte, ist noch offen.

"Wir sind offen für Gespräche", sagte Dominik Schmid, der bei Zattoo für den deutschsprachigen Raum verantwortlich ist. Man sei sich grundsätzlich des Problems bewusst, dass Internet-TV grosse Datenmengen benötige. Aus Konsumentensicht sei es aber nicht sinnvoll, einzelne Dienste komplett auszuschliessen. Die Industrie müsse eine Lösung finden, die alle Angebote berücksichtigt.

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