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Der Prepaid-Tarif von Tele2 im Test

Gespräche sind nicht so günstig, wie sie auf den ersten Blick erscheinen
Von Rainhold Birgmann /  Markus Weidner
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Tele2 überzieht die Schweiz mit ihrer "good Deal – bad Deal"-Werbung. Immer wieder bietet der Teufel einem Menschen ein Geschäft an. Die Frage ist nur: Ist der angebotene Deal gut oder nicht? Tele2 bewirbt vor allem den Tarif Big Deal. Es handelt sich hierbei um ein Postpaid-Abonnement, das mindestens 25 Franken im Monat kostet und de facto kaum zu bekommen ist. Daneben gibt es noch den Smart-Deal-Tarif in einer Prepaid- und in einer Laufzeitvertrags-Variante. teltarif.ch hat sich das Prepaid-Angebot Smart Deal von Tele2 genauer angesehen.

Tarif eignet sich für längere Inlandsgespräche

Tele2 richtet sich mit seinen Tarifen vor allem an Personen, die hauptsächlich Schweizer Anschlüsse anwählen und dabei längere Gespräche führen. Im Prepaid-Tarif kostet eine Telefonminute 19 Rappen. Das klingt auf den ersten Blick sehr günstig, jedoch müssen jeweils 9 Rappen pro Verbindung zusätzlich bezahlt werden, und die Verrechnung erfolgt im ungünstigen Minutentakt. In diesem Tarif kostet die erste Minute zu einem Schweizer Telefonanschluss somit immer 28 Rappen und damit genau soviel wie eine Minute mit dem M-Budget-Tarif der Migros. Erst nach über 1,5 Minuten werden Gespräche mit Tele2 billiger als mit der Migros-Karte, dann jedoch wird der Preisvorteil schnell sehr gross. Theoretisch kann der Kunde maximal 50 Prozent sparen, da der Minutenpreis nur halb so hoch ist. Durch die Minutentaktung und die Aufbaugebühr für jedes Gespräch sind diese Werte jedoch praktisch nicht zu erreichen. Gespräche ins Ausland sind gegenüber Tarifen wie Migros oder yallo sehr teuer. Der Versand einer SMS-Mitteilung zu einem Schweizer Mobilanschluss wird mit 10 Rappen berechnet. Negativ fällt auf, dass Tele2 keinen Einzelverbindungsnachweis im Internet anbietet. Hier sind Konkurrenten wie orangeclick weiter.

Tele2 verfügt über kein UMTS-Netz

Als Tele2 in den Mobilfunkmarkt eingestiegen ist, wurden die Dienste im Rahmen des Swisscom-Netzes erbracht. Als in der Schweiz zwei weitere GSM-Lizenzen versteigert wurden, erwarb Tele2 zusammen mit in&phone jeweils eine Lizenz und baute ein eigenes Netz auf. Das Netz ist bis heute nicht flächendeckend, sondern beschränkt sich auf die grösseren Schweizer Städte und deren Einzugsgebiete. Im Gegensatz zu den etablierten Anbietern Swisscom, Sunrise und Orange betreibt Tele2 kein eigenes UMTS-Netz. Mobile Internetdienste via GPRS rechnet Tele2 mit 2,5 Franken pro übertragenem Megabyte in 10-kB-Schritten ab.

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