Bedingungen

Sunrise streitet mit Swisscom um Preis für Mietleitung

Sunrise will ComCom einschalten
Von Marie-Anne Winter
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Sunrise entbündelt die Mietleitungen. Davon profitieren Geschäftskunden, besonders auch KMU in ländlichen Regionen. Diese bezahlen für Mietleitungen derzeit häufig mehr als doppelt so viel wie nötig. Mietleitungen sind Datenleitungen, die zum Beispiel dazu dienen, Unternehmensstandorte zu vernetzen. Sie stellen ein historisches Monopol dar, entsprechend hoch sind die Preise. Leidtragende der Preispolitik sind die klein- und mittelständischen Unternehmen, denn es herrscht in diesem Bereich kein Wettbewerb. Swisscom verlangt Preise, die teilweise doppelt so hoch sind wie der europäische Durchschnitt.

Sunrise hatte mit Swisscom über die Nutzungsbedingungen verhandelt, so wie es im Fernmelderecht vorgesehen ist. Nachdem Swisscom auf den überhöhten Nutzungspreisen beharrt und gewisse geografische Regionen sogar vom Angebot ausgeschlossen hat, wird sich Sunrise mit diesen Streitfragen an die ComCom wenden. Andere, vor allem auf Geschäftskunden spezialisierte Anbieter, haben sich bereits zu Jahresbeginn für das gleiche Vorgehen entschieden. Sunrise setzt sich zum Ziel, dass auch bei den Mietleitungen Wettbewerb entsteht und dadurch die Preise sinken. Ein endgültiges Verdikt hängt davon ab, ob Swisscom den Entscheid der ComCom akzeptieren wird.

Sunrise engagiert sich nach eigenen Angaben dafür, der Schweizer Bevölkerung in allen Kantonen Telekommunikationsdienste anzubieten. Gleichzeitig investiere Sunrise mehrere hundert Millionen Franken in den Ausbau der eigenen Breitband-Infrastruktur. Ziel sei, bis 2010 80 Prozent der Schweizer Haushalte mit der eigenen Breitbandinfrastruktur zu erschliessen.

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