Digital Radio

Schweizer Privatradios wollen über HD-Radio starten

Kritik von SRG: Konzertierte Markteinführung des digitalen Radios gefährdet
Kommentare (4579)
AAA
Teilen

Die Schweizer Privatradios Radio Argovia, Radio Basel, Capital FM, Radio 24 und Radio Sunshine gehen beim digitalen Radio einen Eigenweg und starten voraussichtlich am 1. September in der aus den USA stammenden HD-Radio-Technologie. Die fünf Sender haben Ende Januar ihr Gesuch um "Erteilung des Rechts zur digitalen Nutzung bereits zugeteilter UKW-Frequenzen" beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) eingereicht. Erteilt das Bakom die Bewilligungen, könne bereits Anfang September mit den ersten Ausbauarbeiten begonnen werden, so die Sender in einer gemeinsamen Mitteilung. In einer ersten Etappe der Digitalisierung sollen rund 80 Prozent des kommerziellen Hörer-Potentials abgedeckt werden, hiess es.

Digitales Radio auf der UKW-Skala

HD-Radio ist digitales Radio auf der UKW-Skala. Die Sender können auf gleicher Frequenz zusammen mit dem bestehenden, analogen Signal bis zu drei digitale Ableger starten. Unumstritten ist die Technik nicht, verursacht sie beim herkömmlichen UKW-Empfang Störungen vor allem bei schwächer einfallenden Stationen. Auch die öffentlich-rechtliche SRG bedauert den Entscheid der fünf Privatradios, ein neues Digitalradio-Netz auf Basis der HD-Technologie zu starten. Man selbst halte an der Technologie DAB/DAB+ fest und werde HD-Radio nicht unterstützen. Die zusätzliche Technologie stifte bei den Konsumenten Verwirrung, da die konzertierte Einführung einer digitalen Radiotechnologie nicht mehr möglich ist, was letztlich das Medium Radio als Ganzes schwäche.

Die nötigen Empfangsgeräte stellen jedoch laut dem Verband Schweizer Privatradios (VSP) keinerlei Probleme dar, da in der Geräteindustrie längst ein Konsens darüber bestehe, dass moderne Empfänger multistandard-kompatibel sein müssen.

Teilen