Berechnungsmethode

Sunrise legt zu den Preisen auf der letzten Meile Beschwerde ein

Berechnungsmethode führe zu falschen Kosten
Von Thorsten Neuhetzki

Sunrise legt gegen die von der ComCom am 13. Dezember verfügten Preise für den Teilnehmeranschluss (TAL) und die Interkonnektionsgebühren Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Der mit 17.30 Franken (2009) respektive 16.70 Franken (2010) festgesetzte TAL-Preis wurde gegenüber dem Jahr 2008 zwar erneut etwas gesenkt - ist nach Auffassung von Sunrise aber nach wie vor zu hoch, gerade im Vergleich zum europäischen Mittel.

Beim Teilnehmeranschluss handelt es sich um eine Vorleistung der Swisscom auf der letzten Meile, also der Leitung von der Vermittlungsstelle zum Kunden. Auf diese sind die private Telekomdienstleister angewiesen, um ihren eigenen Kunden Dienstleistungen zu erbringen. Können sich die Telekomdienstanbieter nicht auf einen Preis einigen, kann auf Begehren der privaten Anbieter die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) die Preise hierzu festlegen.

Erstmals hatte die ComCom am 24. September 2008 die Preise für den Teilnehmeranschluss und die Interkonnektionsgebühren für die Jahre 2007 und 2008 festgelegt. Nachdem der ursprünglich von Swisscom verlangte Preis von 31.00 Franken für den Teilnehmeranschluss für das Jahr 2008 von der ComCom bereits auf 18.18 Franken gesenkt wurde, verlangte Swisscom für die Jahre 2009 und 2010 wieder höhere Preise. Die ComCom korrigiert mit ihrem neusten Entscheid die überhöhten Preise von Swisscom leicht und legt sie für das Jahr 2009 auf 17.30 Franken und für 2010 auf 16.70 Franken fest.

sunrise: "Permanente Neubewertung des Netzes führt zu überhöhten Preisen"

Die Bestimmung der kostenorientierten Preise erfolgt nach der sogenannten LRIC-Methode. Dabei nimmt die ComCom bzw. die Swisscom bei der Preisberechnung eine vollständige Neubewertung (Wiederbeschaffungsneuwert) der Netzinfrastruktur zu den aktuellen Baukosten vor. Dieses Vorgehen wird von sunrise kritisiert, weil es überhöhte und diskriminierende Preise ergebe. Sowohl die Kabelkanalisationen als auch die Kupferkabel der letzen Meile sei grossteils bereits vor Jahrzehnten gebaut worden und längst abgeschrieben sind." Swisscom verrechnet ihrer Konkurrenz damit Kosten, die ihr selber nicht anfallen. Würde bei der Bewertung der Anlagen die Amortisation berücksichtigt (Wiederbeschaffungsrestwert), müsste Swisscom die Mitbenutzung ihres Netzes und damit insbesondere des TAL zu erheblich tieferen Preisen anbieten, als von der ComCom festgelegt", heisst es von sunrise.

Aus Sicht von sunrise bedarf es dringend einer Anpassung der Kostenberechnungspraxis für die Zugangspreise (LRIC), damit diese tatsächlich kostenbasiert berechnet werden und nicht längst abgeschriebene Infrastrukturelemente nochmals in den Zugangspreis eingerechnet werden.