Mobilfunkfrequenzen

Alle zufrieden: Mobilfunk-Frequenzvergabe abgeschlossen

Erlös beträgt knapp eine Milliarde Franken
Von Hans-Georg Kluge
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Die ComCom hat neue Mobilfunkfrequenzen vergeben.Die ComCom hat neue Mobilfunkfrequenzen vergeben. Die Eidgenössische Kommunikationskommission (ComCom) hat heute die Ergebnisse der Vergabe weiterer Mobilfunk-Frequenzen bekannt gegeben. Zum Zuge kamen dabei die drei Telekommunikationsanbieter Orange, sunrise und Swisscom. Insgesamt belaufen sich die Einnahmen für den Bund auf etwa 996 Millionen Franken. Die Frequenzen von ab 2014 bzw. 2017 freien Frequenzen wurden bis 2028 vergeben.

Bei den Teilnehmern herrscht allgemeine Zufriedenheit über den Verlauf und das Ergebnis des Vergabeverfahrens. Das Versteigerungsverfahren wurde über das Internet mit einer Software des englischen Herstellers DotEcon Ltd. durchgeführt. Die Zuteilung der Frequenzen und die Preisfestsetzung wurden für alle Beteiligten optimiert. Da die Frequenzen in kleinen Blöcken verteilt wurden, konnte ein zufriedenstellendes Ergebnis für alle Teilnehmer erreicht werden.

Zu vergeben waren Frequenzblöcke im Bereich von 800 und 900 Megahertz, sowie in den Frequenzbändern mit 1 800, 2 100 und 2 600 Megahertz.

Das sagen die erfolgreichen Bieter

Oliver Steil, CEO von Sunrise erklärt: "Mit dem Erwerb der neuen Frequenzen haben wir die Grundlage geschaffen, unseren Kunden ein Mobilfunknetz mit der jeweils neuesten Technologie zur Verfügung zu stellen." Gleichzeitig kündigt Sunrise an, rund 500 Millionen Franken in sein Mobilfunknetz investieren zu wollen, um die Datenkapazität und die Sprachqualität zu erhöhen.

Die Swisscom hat Mobilfunkfrequenzen in allen zu verteilenden Bändern zum Preis von 360 Millionen Franken ersteigert. Auch die Swisscom habe alle gewünschten Frequenzen erhalten und lobt das faire Vergabeverfahren. Die Kosten sollen ausserhalb des Investitionsvolumens von 2,2 Milliarden Franken - teltarif.ch berichtete - finanziert werden.

Auch der CEO von Orange, Thomas Sieber, zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen: "Dank unserer Bieterstrategie konnten wir nicht nur das gewünschte Frequenzspektrum erwerben, sondern auch eine grosse Flexibilität für die künftigen Investitionen in unser Netzwerk wahren."

Kein neuer Marktteilnehmer

Ein neuer Anbieter hat sich an der Vergabe nicht beteiligt. Ursprünglich wurde erwogen, die Vergaberichtlinien so zu gestalten, dass ein neuer Marktteilnehmer bevorzugte Konditionen bekommen könnte. Das Ziel wäre dabei gewesen, das hohe Preisniveau innerhalb des schweizerischen Mobilfunkmarktes durch mehr Wettbewerb langfristig zu senken. Dies wurde jedoch bereits früh im Verfahren verworfen, da die Erfolgsaussichten gering waren. Tatsächlich beteiligte sich nach Angaben der ComCom kein neuer Marktteilnehmer an dem Vergabeverfahren.

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